Agnes Klostermüller wird elfmal aufgezogen
<p><strong><em>München-Graggenau</em></strong> * Die zwanzigjährige Agnes Klostermüller wird elfmal <em>„aufgezogen“</em>, davon zehnmal belastet mit einem fünfzig Pfund schweren Stein. Das Mädchen bleibt standhaft, obwohl ihm alle Glieder zerrissen werden. Nichts, außer der Beteuerung ihrer Unschuld, ist aus ihr herauszubringen.</p>
<p>Vor dem Beginn der Folter spricht Hofrat Dr. Johann Simon Wagnereckh lateinische Verse und Psalme über sie, um sie zu <em>„entzaubern“</em>. Da hier der Name Jesus vorkommt, sagt Agnes Klostermüller: <em>„sie wolle diesen Jesus nit </em>[in dessen Namen man Unschuldige martert] <em>sondern wolle den haben, der sie erschaffen und für sie am Stamme des Kreuzes gelitten“</em>.</p>
<p>Nach der Folter lässt man Agnes für etwa zehn Wochen in Ruhe. </p>
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Personen: Klostermüller Agnes (auch Ursula) angebliche Hexe, Wagnereckh Johann Simon Dr. Hofrat
Suchbegriffe: Hexenverfolgung, Hexen, Pappenheimer-Prozess, Folter
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