Am 01. Mai geschah

  • 1.5.1316 (vor 710 Jahren)

    Haidhausen * König Ludwig der Baier erlässt für die Siechen am Gasteig eine Hausordnung. Die Ordnung enthält unter anderem eine Vorschrift, wonach „aus der ganzen Versammlung der siechen Menschen” ein Hausmeister und eine Hausmeisterin benennen sind, die auf die Einhaltung der Hausordnung zu achten haben. Die Spital-Insassen müssen ihnen Gehorsam leisten.

    Übertretungen einzelner Bestimmungen haben zum Teil sehr empfindliche Strafen für die Kranken zur Folge. Disziplinierungsmittel sind vorgesehen. Sie reichen von Geldstrafen bis zu Fasten bei Wasser und Brot, dem Essen auf dem Stubenboden, der Verrichtung von vorgeschriebenen Gebeten - kniend auf dem Stubenboden - in Anwesenheit der anderen Spitalinsassen. Selbst Strafen in der Kheichen, dem Kerker, bei Wasser und Brot, sind unter bestimmten Umständen möglich.

    • Mit vier Stunden nehmen die religiösen Übungen und Gebete den größten Teil des Tages ein.
    • Die Arbeitszeiten zugunsten des Leprosenheims werden auf dreieinhalb Stunden pro Tag begrenzt.
    • Commissionäre überwachen die Arbeit im Siechen-Spital.  

    Mittelalterliche Spendentätigkeit hat sehr viel mit dem Seelenheil des Geldgebers zu tun. Je größer deren Spendierfreudigkeit ausfällt, desto länger sind die Gebete der Almosenempfänger und desto schneller kommen die Reichen dem „Paradies“ ein Stückchen näher.

    Das Leprosenhaus ist vornehmlich für Münchner Bürger und die in der Stadt Dienenden bestimmt.  
    Nur sie erhalten hier unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung. Für die „Auswärtigen Siechen” müssen die zuständigen Landgerichte die anfallenden Kosten übernehmen.


  • 1.5.1519 (vor 507 Jahren)

    Rom * Francesco di Paola wird - nur zwölf Jahre nach seinem Tod - von Papst Leo X. heiliggesprochen.


  • 1.5.1614 (vor 412 Jahren)

    München-Graggenau * Braumeister Elias Pichler kredenzt in München erstmals das von ihm gebraute Bier nach original Einbecker Art, das später über ainpöckisch Bier den Namen Bockbier erhalten wird.

    Aufgrund der merkantilistischen wirtschaftspolitischen Grundprinzipien ist Herzog Maximilian I. - auch beim Bier - der Meinung, dass es wirtschaftlich besser ist, Fertigwaren auszuführen und allerhöchstens die Rohstoffe einzuführen, um dann am erzielten Mehrwert zu verdienen. Deshalb werden ab dem Jahr 1612, mit der Anwerbung des aus Einbeck stammenden Braumeisters Elias Pichler, auch die Lieferungen von Einbecker Bier für den Münchner Hof eingestellt.

    Schon zuvor ist am Münchener Herzogshof der Bedarf an dem Gerstensaft aus dem hohen deutschen (protestantischen) Norden durch den Aufschwung, den das Weiße Bier hier genommen hat, stark zurückgegangen.

    Das Luxusgetränk mit seinen mehr als 16 Prozent Stammwürze und über sieben Prozent Alkoholgehalt bleibt auch weiterhin ein Privileg des Landesfürsten. Herzog Maximilian I. lässt - auf nachhaltiges Drängen - zwar den „Bock“ auch an seine Landeskinder ausschenken, erklärt aber die Herstellung des Bockbieres - wie schon zuvor des Weißbieres - zum fürstlichen Regal, also zum Monopol der Landesherrschaft.

    Aus dem ainpöckischen Bier wird im Volksmund bald der Bock. Im Kanzleideutsch aber ist noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein vom Ainbock die Rede. 


  • 1.5.1709 (vor 317 Jahren)

    Mons * Kurfürst Joseph Clemens erhält vom Bischof von Cambrai, François de Salingnac de la Mothe-Fénelon, in Mons die Bischofsweihe. Dabei erklärt er feierlich, dass er künftig keinerlei intimen Beziehungen mit seiner Mätresse unterhalten will. Sein zweiter Sohn wird jedoch vier Jahre später geboren. 


  • 1.5.1754 (vor 272 Jahren)

    München * Anton Häußler erhält das „Privilegium zur Errichtung einer Seidenmanufaktur in baierischen Landen“


  • 1.5.1776 (vor 250 Jahren)

    Ingolstadt * Der Ingolstädter Professor für Kirchenrecht und praktische Philosophie, Johann Adam Weishaupt, gründet den Geheimbund der Illuminaten, dem ein Großteil der baierischen Beamtenschaft, zahlreiche Mitglieder der Landstände und Geistliche angehören und dessen Ziel die Errichtung eines fürsten- und religionslosen Weltstaates ist. 

    Die Vereinigung hat von den Freimaurern wesentliche aufklärerische Grundpositionen, Organisationsformen und Rituale übernommen. Weishaupts Motive bewegen sich durchaus in die Richtung eines gesellschaftspolitischen Umsturzes.

    Auch Maximilian Joseph von Montgelas gehört den Illuminaten unter dem Ordensnamen „Musäus“ an. Obwohl der Freiherr zum „Illuminatus maior“ aufsteigt, spielt er innerhalb des Geheimbundes nie eine größere Rolle. 


  • 1.5.1782 (vor 244 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Mit Papst Pius VI. besucht erstmals ein Papst München. Er sucht den Bürgersaal zum Gebet auf. 


  • 1.5.1790 (vor 236 Jahren)

    München-Englischer Garten - Schwabing * Die „Thierartzney-Schule“ wird unter der Leitung des Medizinalrats Professor Dr. med. Anton Will in der sogenannten Jesuitenwasch in der damals noch selbstständigen Gemeinde Schwabing eröffnet. 

    Die Tierarzneischule beschäftigt sich mit der Bekämpfung einbrechender Viehseuchen sowie der Ausbildung geschickter Tierärzte und guter Huf- und Kurier-Schmiede für die Kavallerie-Regimenter. Der Lehrbetrieb wird aber erst am 1. November aufgenommen. 


  • 1.5.1791 (vor 235 Jahren)

    München-Englischer Garten * Im Englischen Garten wird ein Manöver abgehalten. Aus ganz Baiern beteiligen sich von jedem Regiment eine Kompanie. Das sind 1.500 Mann, davon 300 zu Pferd. Das Manöver dauert bis zum 29. Juni. 


  • 1.5.1800 (vor 226 Jahren)

    Frankreich - Deutschland * General Jean-Victor Moreau überschreitet mit einer Armee von 100.000 Mann den Rhein und marschiert in Richtung Osten.


  • 1.5.1800 (vor 226 Jahren)

    Ingolstadt - Landshut * Das Collegium Georgianum wird mit der Universität von Ingolstadt nach Landshut verlegt.


  • 1.5.1802 (vor 224 Jahren)

    Au * Im Bendektinerinnenkloster am Lilienberg leben 17 Chorfrauen und sechs Laienschwestern im Konvent. Zwei Novizinnen werden sofort entlassen, eine 73-jährige geistesgestörte Nonne wird in die „Irrenanstalt“ gebracht. 


  • 1.5.1808 (vor 218 Jahren)

    München * Die Konstitution des Königreichs Baiern tritt in Kraft. Die erste einheitliche Verfassung des Königreichs Baiern besteht aus 45 Paragraphen, die auf acht Seiten Platz finden.  

    Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und dem großen Gebietszuwachs, den Baiern erfahren hat, ist es notwendig geworden, das Recht zu vereinheitlichen und die Rechtsgleichheit in den verschiedenen Landesteilen herzustellen. Nur Altbaiern war, bis auf wenige Enklaven, ein geschlossenes Staatsgebiet. Ansonsten gleicht das neue Baiern mit seiner Anhäufung von Besitzungen verschiedener Fürsten, Grafen, Herren und Ritter eher einem Fleckerlteppich. 

    Baiern muss nun zusammenwachsen und nach einheitlichen gesellschaftlichen und verwaltungsrechtlichen Grundsätzen regiert werden.  

    • Damit werden „alle besonderen Verfassungen, Privilegien, Erbämter und Landschaftliche Korporationen der einzelnen Provinzen“ aufgehoben.  
    • Die Verfassung garantiert die Gleichheit aller vor dem Gesetz und den Steuerbehörden sowie beim Zugang zu den Staatsämtern.  
    • Die Rechte des Adels werden darin eingeschränkt und deren bisherigen politischen Vorrechte ausdrücklich abgelehnt. In einer neu eingeführten „Adelsmatrikel“ muss der Adelstitel erst staatlich anerkannt werden.  
    • Die Leibeigenschaft wird ersatzlos abgeschafft.
    • Die Sicherheit des Eigentums wird ebenso gewährleistet, wie die Gewissensfreiheit und die Pressefreiheit. Letztere wird allerdings durch Gesetze teilweise wieder eingeschränkt.
    • Das Gesetz sieht ein stehendes Volksheer und eine Bürgermiliz vor.

    Mit 21 Jahren muss jeder Staatsbürger vor der Verwaltung seines Kreises einen Eid ablegen, dass er „der Konstitution und den Gesetzen gehorchen - dem König treu sein wolle“. Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Monarchen darf kein Staatsbürger auswandern oder ins Ausland reisen. 

    Zum „Königlichen Hause“ wird in der Konstitution festgelegt,

    • dass die Krone erblich ist „in dem Manns-Stamme des regierenden Hauses, nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatisch-linealischen Erbfolge“.
    • Die Prinzessinnen sind für immer von der Regierung ausgeschlossen, so lange noch männliche Nachkommen vorhanden sind.
    • Sämtliche Familienmitglieder des königlichen Hauses stehen unter der Gerichtsbarkeit des Monarchen, und können bei Verlust Ihres Erbfolge-Rechts nur mit dessen Einwilligung zur Ehe schreiten.  

    Nach den Bestimmungen der Konstitution besteht zur Verwaltung des Königreiches Baiern 

    • das Ministerium aus fünf Departements, dem des Äußeren, der Justiz, der Finanzen, des Inneren und des Kriegswesens.  
    • Zudem teilte sie das Königreich in Kreise ein, um so einen einheitlichen Beamten- und Verwaltungsstaat zu schaffen.
    • Auch das Justiz- und Militärwesen werden neu organisiert.  

    Ein Parlament ist in Form einer National-Repräsentation vorgesehen, kommt aber nicht zustande.  
    Gleichwohl werden die Vertretungen der einzelnen Teilgebiete des Königreichs mit Inkrafttreten der Verfassung abgeschafft.  

    • Die National-Repräsentanten sollten für die Dauer von sechs Jahren gewählt werden.  
    • Dazu sollten in jedem der acht Kreise,von den 200 höchstbesteuerten „Land-Eigenthümern, Kaufleuten und Fabrikanten“ von Wahlmännern sieben Mitglieder gewählt werden. Diese 56 Gewählten hätten dann die Reichs-Versammlung gebildet.  

    Durch die Einführung der Konstitution verhindert Minister Maximilian Joseph von Montgelas, dass der auf Napoléon Bonapartes Drängen geschlossene Rheinbund die Souveränität des Königreichs Baiern zu stark einschränkt.


  • 1.5.1809 (vor 217 Jahren)

    Salzburg * Salzburg wird im Namen Napoleon Bonapartes verwaltet. Der französische Marschall François Joseph Lefébvre bezieht die Residenz. Kronprinz Ludwig I. von Baiern bewohnt das Schloss Mirabell.  


  • 1.5.1830 (vor 196 Jahren)

    Vorstadt Au * Josef Schweiger tritt mit seinem Ensemble in seinem Theaterbau im Garten des Gasthauses zum Kaisergarten in der Vorstadt Au, in der heutigen Lilienstraße 42, auf.

    • Die Spielzeiten des Schweigerischen Volkstheaters in der Vorstadt Au dauert von Ende April bis Ende September.
    • Täglich finden zwei Aufführungen statt.
    • Josef Schweigers Holztheater bietet Platz für bis zu 500 Zuschauer.
    • Der billigste Platz kostet 6 Kreuzer, was dem Preis einer Maß dunklen Bieres entspricht. Dies können sich auch die weniger bemittelten Theaterbesucher leisten.

    Da man der Schweigerbühne eine „Sitten zerrüttende Wirkung auf das Publikum“ nachsagt, lebt Josef Schweiger in ständigem Kampf um die Theaterkonzession. 


  • 1.5.1834 (vor 192 Jahren)

    Haidhausen * Die Haidhauser Armen- und Krankenanstalt wird eröffnet. Sie ist auch für die Aufnahme der Auer Bevölkerung vorgesehen.


  • 1.5.1841 (vor 185 Jahren)

    Haidhausen * Die Klosterinsassen des Ordens der Frauen vom guten Hirten feiern - nach dem Vorbild ihres französischen Mutterhauses - in Haidhausen die erste - freilich noch nicht öffentliche - Maiandacht.


  • 1.5.1843 (vor 183 Jahren)

    München-Hackenviertel * Die erste öffentliche Maiandacht auf deutschem Boden findet in der Wallfahrtskirche der „Schmerzhaften Muttergottes“ in der Herzogspital-Kirche statt. Die Herzogspitalkirche ist aber keine Pfarrkirche. 


  • 1.5.1845 (vor 181 Jahren)

    München-Maxvorstadt * In der Ludwigskirche wird die erste Maiandacht auf deutschem Boden in einer Pfarrkirche gehalten. 

    Bereits im Mai 1841 wurde die Maiandacht in der Hauskapelle der Frauen zum guten Hirten im damals noch nicht zu München gehörenden Haidhausen eingeführt.

    Im Mai 1843 fand die erste Maiandacht auf Münchner Boden in der Herzogspitalkirche statt. Beide Gotteshäuser waren aber keine Pfarrkirchen. 


  • 1.5.1850 (vor 176 Jahren)

    München-Englischer Garten - Hirschau * Die Maffei'sche Maschinenfabrik präsentiert ihr erstes Dampfschiff. Über dem zu den Werkstätten in der Hirschau führenden Isarkanal fährt der Raddampfer Stadt Donauwörth über die Isar bis zur Praterinsel.

    Die Fabrikarbeiter haben den Dampfer, der eine Länge von etwa 40 Metern bei 3 ½ Meter Breite und einen sehr geringen Tiefgang besitzt, reich verziert und an der Landspitze nahe der Praterinsel eine große, mit maschinentechnischen Emblemen geschmückte Pyramide aufgebaut.

    Eine große Schar Neugieriger beobachtet die Fahrt des Schiffes, das mit einer Leistung von 43 Pferdestärken gegen den Strom der Isar hinauf fährt; später dann flussabwärts bis zur Donau.


  • 1.5.1850 (vor 176 Jahren)

    München * Arnold Zenetti wird als Bauingenieur beim Stadtbauamt angestellt. Seine ersten Verdienste erwirbt sich der junge Zenetti beim Bau der Maximilianstraße und der Maximiliansbrücke. 


  • 1.5.1850 (vor 176 Jahren)

    Vorstadt Au * Mit der Unterstützung Auer Bürger erhält Johann Schweiger - trotz des Widerstand der Hoftheaterintendanz - die Konzession für ein eigenes Theater in der Vorstadt Au. Es befindet sich im Garten der Wirtschaft Kaisergarten in der Lilienstraße 2.

    Jetzt haben die Münchner die Qual dar Wahl. Und schon bald heißt es: „Heut‘ geh‘ ich zum Schani, morgen zum Maxl“.


  • 1.5.1850 (vor 176 Jahren)

    Vorstadt Au * Das Schweiger Volkstheater in der Au erhält Gasbeleuchtung.


  • 1.5.1850 (vor 176 Jahren)

    Vorstadt Au - München-Isarvorstadt * Die Schweiger Volkstheater dürfen auf Druck des Königlichen Hoftheaters keine Dramen und Konversationsstücke mehr zur Aufführung bringen, sondern nur noch Lokalpossen aufführen.


  • 1.5.1853 (vor 173 Jahren)

    Cincinnati - Panama City * Lola Montez, die „pikante Abenteuerin“, reist mit dem Schiff „Philadelphia“ in Richtung Panama City ab. 


  • 1.5.1866 (vor 160 Jahren)

    München * Prinz Otto tritt in den aktiven Militärdienst ein. 


  • 1.5.1882 (vor 144 Jahren)

    München-Untergiesing * Mit der Gründung des Vereins kann das Marianum Mieträume im sogenannten Eichthal-Schlösschen an der Pilgersheimerstraße beziehen und dort eine „gesunde, Licht und Luft reichlich bietende Heimat“ finden. Die Frauen von Maria-Stern aus Augsburg übernehmen das Marianum. Die Klosterfrauen leiten die Anstalt und betreuen die Bewohnerinnen.

    Das Ziel des Vereins Marianum für Arbeiterinnen e.V. ist, den „Mädchen sittlichen Halt und Schutz zu bieten und sie in allen weiblichen Handarbeiten zu unterrichten, teils um sie tüchtig auszurüsten für den hauslichen Beruf, teils um ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, als Arbeiterinnen sich selbst zu ernähren“.
    Letzteres gilt besonders für die körperlich behinderten Heimbewohnerinnen.


  • 1.5.1883 (vor 143 Jahren)

    Deutsch-Südwestafrika * Der 22 Jahre alte Kaufmannsgehilfe Heinrich Vogelsang erwirbt im Auftrag des Bremer Tabakhändlers Adolf Lüderitz die Bucht von Angra Pequena, die heutige Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika, und ein zirka 40 Meilen langes und 20 Meilen tiefes Landstück, um darauf einen Handelsposten zu errichten. Das Land gehörte bis dahin dem Volk der Nama in Bethanien. Vogelsangs Verhandlungspartner war Josef Frederiks II..

    Der vereinbarte Kaufpreis für das circa 70 mal 35 Kilometer große Gebiet beträgt 250 alte Gewehre und 100 englische Pfund. Adolf Lüderitz hoffte auf dem - allgemein als wertlos angesehenen - Land, das sich um die Bucht herum erstreckte, Bodenschätze zu finden.

    Nach dem Vertragsabschluss wird dem Verkäufer jedoch erklärt, dass es sich nicht um englische Meilen [= 1,609 Kilometer], sondern selbstverständlich um preußische Meilen zu 7,532 Kilometer handelte. Josef Frederik II. hatte damit einen Großteil seines Stammesgebietes von rund 300 mal 150 Kilometer an Heinrich Vogelsang verkauft. Adolf Lüderitz beansprucht fortan ein um das sechszehnfache größeres Gebiet. 

    Die Nama fühlten sich von den Deutschen zurecht getäuscht, konnten sich aber trotz ihrer Proteste nicht durchsetzen. Dieser Handel ging als „Meilenschwindel“ in die Geschichte ein. 


  • 1.5.1883 (vor 143 Jahren)

    München * Die Münchner Telefonanlage wird ihrer Bestimmung übergeben. Sie umfasst inzwischen 145 Teilnehmer. Die große Nachfrage führte anfangs noch zu Engpässen; später entwickelt sich das Telefonnetz kontinuierlich weiter. 


  • 1.5.1883 (vor 143 Jahren)

    München-Au * Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebirge ist fertiggestellt und wird mit einer Springbrunnenfontaine am Sendlingertorplatz feierlich in Betrieb genommen.

    Das Wasser wird in der Schmederer-Villa sowohl für den häuslichen Bedarf genutzt, aber auch um den geplanten Teich anzulegen und den wasserspeienden Pegasus in Betrieb zu nehmen. Im ganzen Garten wird ein Rohrnetz verlegt, das auch zum Löschen benutzt werden kann, sollte einmal ein Funkenflug der Eisenbahn ein Feuer entzünden. 


  • 1.5.1886 (vor 140 Jahren)

    Chicago * Am Haymarket in Chicago kommt es zu blutigen Straßenkämpfen mit der Polizei. In der Folge werden acht Gewerkschaftsführer verhaftet und nach einer konstruierten Anklage zum Tode verurteilt. Vier davon werden auch hingerichtet.


  • 1.5.1890 (vor 136 Jahren)

    München * In Anerkennung seiner Verdienste erhält Arnold Zenetti viele hohe Auszeichnungen:

    • die Goldene Bürgermedaille der Stadt München, 
    • den Titel Oberbaurat und
    • zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum den mit dem persönlichen Adel verbundenen Kronenorden, der ihm vom Prinzregenten Luitpold persönlich an die Brust geheftet wird. 

  • 1.5.1892 (vor 134 Jahren)

    München-Au * Im Münchner-Kindl-Keller treffen sich über 5.000 Arbeiter zur 1.-Mai-Feier. Die Anwesenden stellen die Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit und zum Arbeitsschutz.


  • 1.5.1897 (vor 129 Jahren)

    Amsterdam - Java * Das Ehepaar Margaretha Geertruida und John MacLeod reist nach Batavia, dem heutigen Jakarta, auf Java, in die damalige „Kolonie Niederländisch-Indien“, wo der Ehemann im Rang eines „Majors“ dient. 


  • 1.5.1898 (vor 128 Jahren)

    München-Isarvorstadt * Das Münchner Arbeitsamt übernimmt die Aufgabe als Hauptvermittlungsstelle für die Bezirke Oberbayern, Schwaben und Neuburg. Das neu gegründete Arbeitsamt Strau­bing ist für Niederbayern zuständig.


  • 1.5.1899 (vor 127 Jahren)

    München-Haidhausen * Der Friedensgenius am Friedensmonument ist aufgestellt und die Mosaiken nahezu ausgeführt. 


  • 1.5.1910 (vor 116 Jahren)

    München-Theresienwiese * Auf der Theresienwiese findet die erste polizeilich genehmigte Maikundgebung statt.


  • 1.5.1913 (vor 113 Jahren)

    München * Bischof Michael Faulhaber wird das Ritterkreuz des Kgl. Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen. Seither kann er den Zusatz „von“ in seinem Namen führen.


  • 1.5.1915 (vor 111 Jahren)

    Berlin - Wien * Die Mittelmächte (Deutsches Reich und Österreich-Ungarn) starten Angriffe an der Ostfront.


  • 1.5.1916 (vor 110 Jahren)

    Berlin * Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht tritt als Führer einer Antikriegsdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin auf. Er ergreift das Wort mit den Worten „Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung!“ Danach wird er verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. 


  • 1.5.1917 (vor 109 Jahren)

    München * Kurt Eisners Mitgliedsausweis bei der Münchner USPD - mit der Nummer sieben - wird am 1. Mai 1917 ausgestellt.


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Regierungstruppen besetzen das Maximilianeum und stellen in zwei Studentenzimmern Maschinengewehre auf. Ein Waffenlager mit weiteren acht MGs und achthundert Gewehren wird angelegt und im Keller Pferdestallungen eingerichtet - dies alles, um von hier aus München zu befreien. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Bogenhausen * Am heutigen Europaplatz beim Friedensengel werden von den Weißen Truppen zwei 15-Zentimeter-Geschütze aufgebaut, direkt am Denkmal Maschinengewehre in Richtung Prinzregentenstraße aufgestellt. Ihr Ziel sind Stellungen der Roten Armee.

    Die Rotgardisten schießen aus den Häusern an der Wiedenmayerstraße. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Um 12:45 Uhr marschiert eine Kompanie der „Abteilung Scharff“ zum Maximilianeum und von dort durch die Maximilianstraße weiter in Richtung Innenstadt. Am Abend wird sie sich wieder zurückziehen und in den Gasteig-Anlagen biwakieren. 

     


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Oberkommandierende der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, befiehlt in einem Tagesbefehl unter der Parole „Trotzki“ die Waffen niederzulegen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Graggenau * In der Nacht zum 1. Mai wird die Residenz von der „roten Besatzung“ kampflos geräumt. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Die aus zahlreichen Freikorps, Reichswehr und einem württembergischen Gruppenkommando bestehenden Weißen Truppen belagern München. 

    Insgesamt stehen rund 35.000 Regierungssoldaten den etwa 10.000 bis 12.000 Rotarmisten gegenüber. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Obwohl der Einmarsch der Weißen Truppen in München erst für den nächsten Tag, pünktlich zur Mittagsstunde vorgesehen ist, kommt es bereits am 1. Mai in der Innenstadt zu Schießereien, Kämpfen und Verwüstungen. Wie, wann und wo sich die kriegsähnlichen Auseinandersetzungen entzünden, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Die Regierungstruppen werden auf ihrem Weg in den Stadtkern jedenfalls nicht von den Roten angegriffen oder aufgehalten.

    Hinterher wird gerne behauptet, die Freikorpstruppen hätten sich aufgrund der durchsickernden Informationen über den Geiselmord nicht mehr zurückhalten lassen und wären auf eigene Faust losgestürmt. Doch das ist nur eine nachträgliche Entschuldigung für eine nicht zu entschuldigende Disziplinlosigkeit auf Seiten der Weißen Truppen


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In aller Frühe kann die Republikanische Schutztruppe das Luitpold-Gymnasium erobern und große Mengen Waffen erbeuten. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der sogenannte Geiselmord im Luitpold-Gymnasium liefert den Regierungstruppen und Freikorps genügend Legitimation, keinerlei Rücksichten zu nehmen und barbarisch zu wüten. Die Weißen Truppen werden eine nicht zu übersehende Blutspur hinterlassen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Auf Plakaten wird behauptet, dass die ermordeten Mitglieder der Thule-Gesellschaft im Luitpold-Gymasium verstümmelt worden sind. Angeblich hat man ihnen die Geschlechtsteile abgeschnitten und in Abfalleimern entsorgt. Es stellt sich zwar heraus, dass es sich bei den Fleischabfällen um Schweinefleisch handelt, doch das interessiert niemanden mehr.

    Der sogenannte Geiselmord wird als Beweis für die unmenschliche Grausamkeit der Roten gewertet. Obwohl die Schüsse im Luitpold-Gymnasium die einzige „linke“ Gewalttat während der Revolutionszeit ist, bleibt der Geiselmord von München in der Geschichte tief verwurzelt. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Stadtkommandant Max Mehrer verlässt wegen der Geisel-Erschießungen seinen Posten. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In einer in Flugblättern veröffentlichten Erklärung distanzieren sich die Betriebs- und Soldatenräte Münchens von den „bestialischen Handlungen (Erschießung von Geiseln im Gymnasium)“ und erläutern, dass sie „in keiner Weise verantwortlich sind.

    Die Betriebs- und Soldatenräte sprechen einstimmig ihren tiefsten Abscheu über solche unmenschliche Taten aus. Sie versprechen, die in der Versammlung am 30. April 1919 anwesenden Führer Toller, Maenner und Klingelhöfer, die nur im Auftrag des Proletariats gehandelt haben, in jeder Weise zu decken“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In einem anderen Pakataufruf der Betriebs- und Soldatenräte Münchens wird aufgefordert „waffenlos“ auf einer Maikundgebung auf der Theresienwiese zu demonstrieren. Die Räte „protestieren mit Entrüstung gegen die fluchwürdigen Verbrechen jener Elemente, welche durch ihr Handeln die heilige Sache des Proletariats im Kampf für die Menschlichkeit verraten haben“. Sie fordern auf:

    „Soldaten! Laßt Eure Waffen in den Kasernen!
    Arbeiter! Laßt Eure Waffen in den Betrieben!
    Kommt mit den Frauen und Kindern heraus auf alle großen Plätze und Wiesen!
    Ungebeugt wird das Proletariat an diesem Tage seine Räte und den Geist seiner Räterepublik hochhalten.
    Es lebe der Rätegedanke!“
     


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Bis 9 Uhr erobern und übernehmen rund 200 Mann des Leibregiments den Ostflügel der Türkenkaserne


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Erste Abteilungen der Regierungstruppen dringen in Richtung östliche Vorstädte vor und erobern die Gasfabrik am Kirchstein in Steinhausen.

    Um 9:30 Uhr stürmen Angehörige des Freikorps Lützow - von Berg am Laim aus kommend - die von der Roten Armee besetzte Kirchenschule in Haidhausen, verteilen die erbeuteten Waffen an unbewaffnete Bürger und sympathisierende Anwohner.

    Später dringen sie bis zur Neuhauser Straße vor, müssen sich aber kurz darauf wieder zurückziehen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Major a.D. Karl Deuringer: „Über den wahren Gewinn einer Großstadt entscheidet im Bürgerkrieg nicht der Besitz des Stadtkerns, sondern die vollkommene Säuberung und Sicherung der Vorstädte“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Auf Regierungsplakaten wird bekannt gegeben, dass die bayerische Regierung „den Kriegszustand und das Standrecht verhängt“ hat. „Wer den Regierungstruppen mit der Waffe entgegentritt, wird mit dem Tode bestraft“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Lehel * Am Vormittag wird Dr. Hildegard Menzi auf dem Weg in ihre Wohnung in der Maximilianstraße 22 von bewaffneten Zivilisten verhaftet und in die Kommandantur in der Residenz gebracht.

    Die Ärztin, die noch am Tag zuvor Anton Graf Arco auf Valley medizinisch versorgt hat, wird von der Münchner Stadtkommandantur als „geistiger Führer des Egelhofer“ eingeschätzt. Rudolf Egelhofer, der 23-jährige Oberbefehlshaber der Roten Armee, hat demzufolge „nur nach den Direktiven der Frau Menzi gehandelt“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Lehel * Der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, wird um die Mittagszeit in der Wohnung der Ärztin Dr. Hildegard Menzi in der Maximilianstraße 22, wo er zur Untermiete wohnt, aufgegriffen und verhaftet.

    Er wird zum Verhör in Kriegsministerium an der Ludwigstraße gebracht und brutal misshandelt. Anschließend wird er zur Residenz transportiert und im Keller des Kolonadenhofes eingesperrt. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Graggenau * Kurz vor Mittag wird auf dem Rathaus und auf der Residenz die weiß-blaue Fahne gehisst. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Das Freikorps Oberland wurde vom Thule-Führer Rudolf von Sebottendorf gegründet und wird jetzt auch von ihm angeführt.

    Der aus diesem Freikorps hervorgehende Bund Oberland wird ab 1921 den Kern der SA in Bayern bilden und wird Teil des Deutschen Kampfbundes sein, der sich im November 1923 am Hitler-Ludendorff-Putsch beteiligt. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Am Nachmittag dringen eigenmächtig operierende Freikorps von der Residenz aus bis zum Lenbachplatz vor. Die Marine-Brigade Ehrhardt erreicht - von Schleißheim kommend - gegen Mittag Schwabing und beteiligt sich später an den Kämpfen am Stachus. Auch aus Regensburg stammende Soldaten sowie Angehörige des Freikorps Grafing und die Batterie Zenetti sind an diesen Kämpfen beteiligt. Dort entfacht sich ein mehrstündiges Gefecht.

    Die Rotarmisten leisten erbitterten Widerstand und verteidigen den Stachus mit Gewehrfeuer. Ein Zeitzeugenbericht schildert die weiteren Ereignisse:

    „Mittlerweile hatten die Regierungstruppen bei der Anlage an der Deutschen Bank ein Geschütz in Stellung gebracht und eine Brandbombe in den Kiosk gesetzt, der bald lichterloh aufflammte und die Roten Gardisten zwang, ihren verzweifelten Widerstand aufzugeben und sich gegen die protestantische Kirche und das Kaufhaus Horn zurückzuziehen. Bald war der Karlsplatz zum wütendsten Kampfplatz geworden. […]

    Gegen Abend bekamen die Regierungstruppen Verstärkungen von der Herzog-Wilhelm-Straße und dem Sendlingertor-Platz her. Die Rotgardisten wurden über den Karlsplatz in den Justizpalast und gegen die Elisenstraße geworfen, von wo aus sie heftigen Widerstand leisteten.

    Das an der Deutschen Bank postiert gewesene Geschütz wurde infolgedessen bis zum Wittelsbacher-Brunnen zurückgezogen und beschoss in den Nachmittagsstunden den Justizpalast, der an der gegen den Stachus gerichteten Seite zwei Treffer im dritten Stock erhielt. […] Viele Spartakisten flüchteten in den Mathäser“.

    Doch es gibt auch Gegenwehr von anderer Seite, die die Weißen Truppen letztlich zum Abziehen zwingen. Dazu zählen auch die Teilnehmer der Maikundgebung auf der Theresienwiese, die dort „waffenlos demonstriert“ haben und sich nun auf dem Nachhauseweg befinden. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Bei den Kämpfen am Karlsplatz erhält das Brunnenbuberl der Brunnengruppe Satyrherme und Knabe des Bildhauers Matthias Gasteiger, das sich in der Nähe des Toilettenhäuschens in der Stachus-Grünanlage befindet, zwei Einschüsse.

    Die dazu veröffentlichte Postkarte trägt die Mitleid erweckende Beschriftung: „Unser schwerverwundetes Buberl“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Bürgerliche Kampfverbände, bestehend aus bewaffneten Bürgern, Studenten, ehemaligen Soldaten und Polizisten sowie zahlreichen Freiwilligen, sammeln sich vor der Feldherrnhalle und besetzen schließlich die geräumte Residenz.

    Oskar Maria Graf schreibt über die sich nun, unter dem Schutz der militärischen Übermacht wieder zeigende und sich an der „Treibjagd auf verdächtige Zivilisten“ beteiligende Bürgerwehr:

    „Jetzt waren auf einmal wieder die verkrochenen Bürger da und liefen emsig mit umgehängten Gewehr und weißblauer Bürgerwehr-Armbinde hinter den Truppen her. Wahrhaft gierig suchten sie mit den Augen herum […], rannten einen Menschen nach, schlugen plärrend auf ihn ein, spuckten, stießen wie wildgeworden und schleppten den Halbtotgeprügelten zu den Soldaten.“ 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Eine bürgerliche Kampftruppe erobert vorübergehend den von den Roten besetzten Hauptbahnhof


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Giesing * Als die Weißen Truppen auf der Tegernseer-Landstraße gegen die rote Hochburg Giesing vorrücken, postiert die Rote Armee auf dem für sie strategisch günstig gelegenen, 95 Meter hohen Kirchturm der neugotischen Heilig-Kreuz-Kirche ihre Maschinengewehre.

    Am Giesinger Berg werden die Regierungssoldaten mit MG-Feuer und Handgranaten empfangen. Es folgen erbitterte Straßenschlachten, besonders an der Martin-Luther- und Ichostraße. Eine spezielle Kampfart der Giesinger Roten Armee, durch das Kanalisationssystem hinter die Linien der Feinde zu gelangen, dort aus den Kanaldeckeln herauszuschießen und sofort wieder zu verschwinden, führt dazu, dass es trotz der Überlegenheit der Weißen und des Einsatzes eines Panzerzuges bei der Pilgersheimer Eisenbahnbrücke Tage dauert, bis der Widerstand gebrochen ist.

    In den Augen der Konterrevolutionäre die „Schmach von Giesing“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Untergiesing * Während der Niederschlagung der Münchner Räterepublik ist das Marianum ein Hauptquartier der Giesing stürmenden Weißen Freikorps-Soldaten.


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Nach Bekanntwerden der voreiligen und unabgestimmten Kampfmaßnahmen ergeht vom leitenden Offizierskorps ein sofortiger Rückzugsbefehl. Einige Befehlshaber ignorieren diesen Befehl jedoch. Dass es einigen relativ kleinen Einheiten gelingt, ohne größere Verluste bis in den Stadtkern vorzudringen, ist nur der Beweis für das Nichtvorhandensein einer schlagkräftigen Gegenwehr.

    Bis zum Abend müssen sich die regierungstreuen Weißen Truppen dennoch wieder aus der Innenstadt zurückziehen oder sie verschanzen sich in der Residenz. Auch den Hauptbahnhof müssen sie wieder an die Rote Armee und die Arbeiterwehr übergeben.

    Bei den Angehörigen der Roten Armee und der Arbeiterwehr entsteht andererseits der Eindruck, dass die Weißen durchaus besiegbar sind. Sie wissen freilich nicht, dass sie nur gegen einige befehlswidrig vorgerückte Einzelgruppen gekämpft haben und ihnen nicht die eigentliche Streitmacht gegenübersteht. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Bogenhausen * Thomas Mann wird von seiner Schwiegermutter am Vormittag von den Geiselmorden im Luitpold-Gymnasium informiert. Er schreibt in sein Tagebuch:

    „In der Nacht sind die im Luitpold-Gymnasium internierten bürgerlichen und adeligen Geiseln, man kennt ihre Namen nicht, es sollen zehn sein, unter Verstümmelungen ermordet worden“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Hedwig Kämpfer wird verhaftet, weil sie sich am Revolutionsgeschehen beteiligt hatte. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In Manfred von Killingers Buch „Ernstes und Heiteres aus dem Putschleben“ rühmt er seinen verächtlichen Umgang mit den Roten und besonders mit linken Frauen:

    „Ein Weibsbild wird mir vorgeführt. Das typische Schwabinger Malweibchen. Kurzes, strähniges Haar, verlotterter Anzug, freches, sinnliches Gesicht, wüste Augenringe.
    ‚Was ist mit der los?‘
    Da geifert sie los: ‚Ich bin Bolschewikin! Ihr feige Bande, Fürstenknechte, Speichellecker! Anspucken sollte man euch! Hoch Moskau!‘ und dabei spuckt sie einen Unteroffizier ins Gesicht.
    ‚Fahrerpeitsche! Dann laufen lassen‘, sagte ich kurz.
    Zwei Mann packen sie. Sie will beißen. Eine Maulschelle bringt sie zur Räson. Im Hof wird sie über die Wagendeichsel gelegt und so lange mit Fahrerpeitschen bearbeitet, bis kein weißer Fleck mehr auf ihrer Rückseite war.
    ‚Die spuckt keinen Brigadier mehr an. Jetzt wird sie erst mal drei Wochen auf dem Bauche liegen‘, sagt Feldwebel Herrmann“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Perlach * Als das Berliner Freikorps Lützow einzieht, gewährt der ehemalige Feldgeistliche, Robert Hell, der Pastor der evangelischen St.-Paulus-Kirche in Perlach, Hans von Lützow und seinen Offizieren Quartier im protestantischen Pfarrhaus. 

    Pfarrer Hell schreibt: „In Perlach selbst wurden nach dem Wegzug der Regierungstruppen von Anhängern der Roten Armee gegen die Leute, welche ‚die Preußen‘ im Quartier gehabt, Drohungen ausgestoßen […]“


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Pasing * Um 15 Uhr wird Pasing kampflos von den Regierungstruppen eingenommen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Lochham * In der Nacht zum 1. Mai wird einer der 53 gefangen genommenen russischen Kriegsgefangenen in Lochham erschossen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Garmisch - Bernried * Das aus circa 250 Männern bestehende Freikorps Werdenfels fährt mit dem Zug nach München.

    Bei Bernried wird der Zug von einer Schublokomotive angefahren. Drei Verletzte und ein Toter müssen vermeldet werden. Der Unfall führt zum verspäteten Eingreifen des Freikorps Werdenfels in die Kampfhandlungen. 


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Rosenheim * In Rosenheim beginnt die Rückeroberung der oberbayerischen Stadt durch Freikorps


  • 1.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Moskau * Der russische Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin rühmt auf der Maiparade auch den Kampf der Genossen im Freistaat Bayern.

    „In allen Ländern haben die Arbeiter den Weg des Kampfes mit dem Imperialismus betreten. Die Arbeiterklasse, die sich befreit hat, feiert ihren Tag nicht nur in Sowjetrussland frei und offen, sondern auch in Sowjetungarn und Sowjetbayern“


  • 1.5.1920 (vor 106 Jahren)

    München-Obergiesing * Im Rahmen der Maifeiern wird im Ostfriedhof von den Münchner Freien Gewerkschaften der Grundstein für ein Denkmal für die Toten der Revolution - 1919 errichtet. 


  • 1.5.1922 (vor 104 Jahren)

    München-Obergiesing * Das Denkmal für die „Toten der Revolution - 1919“ im Ostfriedhof wird feierlich enthüllt.

    • Auf der Vorderseite trägt es die Inschrift: „Den Toten der Revolution - 1919“,
    • auf der nach Osten gerichteten Fläche stehen die Worte: „Zum Gedenken an Kurt Eisner 1867-1919“.
    • In der nach Westen orientierten Seite ist ein Vers von Ernst Toller eingemeißelt: „Wer die Pfade bereitet, stirbt auf der Schwelle. Doch es neigt sich vor ihm in Ehrfurcht der Tod“.

    Eine Bronzeplakette am Sockel erinnerte an Kurt Eisner, dessen Urne man in dem würfelförmigen Denkmal beigesetzt hat. 


  • 1.5.1923 (vor 103 Jahren)

    München-Giesing * Der „Volkspark Hellabrunn“ wird eröffnet. 


  • 1.5.1926 (vor 100 Jahren)

    München-Lehel * Umbenennung des Königlich Bayerischen Arbeitermuseums in Soziales Landesmuseum in München.


  • 1.5.1929 (vor 97 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Die Städtische Galerie am Lenbachhaus in der Luisenstraße wird eröffnet.


  • 1.5.1933 (vor 93 Jahren)

    München * Der Allgemeine Deutsche Automobilclub spendet der NSDAP Benzin, damit sie den Tag der Deutschen Arbeit kostengünstiger organisieren kann.


  • 1.5.1937 (vor 89 Jahren)

    München * Der Scharfrichter Johann Reichhart wird Mitglied der NSDAP.


  • 1.5.1938 (vor 88 Jahren)

    München-Ludwigsvorstadt • Vom 1. bis 31. Mai 1938 steht im Deutschen Theater das Varieté Programm „Lachen, Leistung, Schöne Frauen“ auf dem Spielplan. Es besteht aus zwei Teilen, im ersten Teil wirbelten Akrobatik-Künstler, der zweite Teil beginnt mit komischen Lichtbildern von Karl Valentin und darauf folgt die Szene „Der Umzug“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt. 

    Das NS-System zensiert den ursprünglichen Schluss des Stücks, als ein Abrissbagger auf die Bühne rollt. Das Stück wird insgesamt 78 Mal aufgeführt. 


  • 1.5.1953 (vor 73 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Im Anschluss an die Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes - DGB auf dem Königsplatz bewegt sich ein Protestzug mit Transparenten zum freien Samstagsnachmittag durch die Luisenstraße in Richtung Bahnhofsplatz.

    Da sich der Protestzug nach der polizeilichen Aufforderung nicht auflöst, greift die Staatsmacht auf der Höhe des Luisenbunkers mithilfe eines Wasserwerfers ein. Die mit Stahlhelm und Karabiner bewaffnete Bereitschaftspolizei löst mit Kolbenhieben den Protestzug auf. 

    Vom Wasserwerfer gejagt bricht der 59-jährige Bahnangestellte Georg Bachl an der Ecke Luisen-/Prielmayerstraße tot zusammen.


  • 1.5.1954 (vor 72 Jahren)

    München * Der Deutsche Gewerkschaftsbund - DGB fordert die Einführung der Fünf-Tage-Woche“und eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. An den Litfaßsäulen hängen Plakate mit der Aufschrift „Samstags gehört Vati mir“.


  • 1.5.1987 (vor 39 Jahren)

    Köln * Papst Johannes Paul II. spricht Edith Stein in Köln „selig“.


  • 1.5.1989 (vor 37 Jahren)

    München-Obergiesing * Der im Ostfriedhof befindliche Gedenksteins in Würfelform stellt das Denkmal für die „Toten der Revolution - 1919“ dar.  

    Es trägt nun am Sockel auch wieder den Vers von Ernst Toller, auf den nach der Wiederherstellung in den 1950er Jahren zunächst verzichtet worden war. Er heißt: „Wer die Pfade bereitet, stirbt an der Schwelle, doch es neigt sich vor ihm in Ehrfurcht der Tod.“ 

     


  • 1.5.1998 (vor 28 Jahren)

    Bundesrepublik Deutschland * Die Promillegrenze für Verkehrsteilnehmer wird von 0,8 auf 0,5 Promille herabgesetzt.


  • 1.5.1998 (vor 28 Jahren)

    München-Berg am Laim * Aufstellung des ersten Berg am Laimer Maibaums. 


  • 1.5.2011 (vor 15 Jahren)

    Rom-Vatikan * Papst Benedikt XVI. spricht seinen Vorgänger, Papst Johannes Paul II., selig. 


  • 1.5.2014 (vor 12 Jahren)

    München-Graggenau * Seinen ersten Arbeitstag beginnt der neue Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter auf der Kundgebung des DGB auf dem Marienplatz. Weil er im Zusammenhang mit den städtischen Kliniken auch von Personalabbau spricht, erntet er bei den anwesenden Gewerkschaftern Buh-Rufe und Pfiffe.  

    Ob er sich jetzt den Schlegel zur Hand herbei gewünscht hat, dem ihm zuvor seine Mitarbeiter - verbunden mit dem Wunsch für einen „guten Start und einer glücklichen Hand - auch beim Anzapfen“ - geschenkt haben, ist nicht bekannt. 


  • 1.5.2017 (vor 9 Jahren)

    München-Au * Der Nockherberg wird für die neuen Wirte Christian Schottenhamel und Florian Lechner umgebaut. 


  • 1.5.2026 (vor 0 Jahr)

    München * Die sechsjährige Amtszeit des neu gewählten Münchner Oberbürgermeisters Dominik Krause von den GRÜNEN beginnt.


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