Am 13. Mai geschah

  • 13.5.1623 (vor 403 Jahren)

    München * Als die Gebrüder Beniamin und Sinj aus Florenz das Unternehmen der Gebrüder Bettega übernehmen wollen, laufen die Münchner Handwerker der Loder, Leinweber, Strumpfwürckher und Gschlachtgwandter dagegen Sturm, da ihnen die besten Spinnerinnen „von den Italiänern abgerungen werden [...] und das clainod vnd fürnembste comercium des landts, das gewerbe mit loden, Tuech, federrith, handschuech und strimpf geht zu grund“.

    Der Münchner Bürgermeister unterstützt den Protest der ansässigen Handwerker mit dem Argument, dass der Holzverbrauch der Seidenwirker unvergleichlich hoch sei.

    Doch Herzog Maximilian I. erhebt sich über die Proteste und erteilt für die „besonders lieben Beniamin und Sinj“ am 13. Mai 1623 das erbetene Privileg, da sie „weeder mit einer abwerbung der gespunstleüth noch in ander weeg den loders etc. khainen eintrag thuen“. Außerdem dürfen für die Arbeiten nur Leute beschäftigt werden, die aus Orten kommen, die fünf Meilen entfernt sind. 


  • 13.5.1717 (vor 309 Jahren)

    Wien * Maria Theresia, die künftige Kaiserin und Gemahlin von Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, wird in Wien geboren. 


  • 13.5.1747 (vor 279 Jahren)

    München-Graggenau * Der Grundstein für das Palais Toerring-Jettenbach in der heutigen Residenzstraße 2 wird gelegt. Der Rokoko-Adelspalast entsteht in den Jahren von 1747 bis 1756 auf den Grundflächen einer ganzen Reihe von Häusern.

    • Bauherr ist der 65-jährige Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach, der während seiner Auslandsaufenthalte die fremden Höfe und Adelspaläste begutachtet und so ganz nebenbei mit den bekanntesten Architekten Kontakt aufnehmen kann.
    • Inzwischen liegen elf verschiedene Pläne für ein prächtiges Stadtpalais in seinem Schubladen, gezeichnet von dem Wiener Hofbaumeister Joann Lukas von Hildebrandt, dem französischen Adelsarchitekten Bottrand, dem Münchner Hofbaumeister François Cuvilliés und den Gebrüdern Johann Baptist und Ignaz Anton Gunetzrhainer.
    • Der Graf nimmt schon während der Planungsphase und auch bei der Bauausführung regen Anteil und lässt sich selbst jede kleinste Kleinigkeit zur Genehmigung vorlegen.

  • 13.5.1778 (vor 248 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Der Bürgersaal wird vom Freisinger Bischof Ludwig Joseph von Welden als Kirche konsekriert.


  • 13.5.1791 (vor 235 Jahren)

    Haidhausen - Au * Die Oberste Landesregierung verbietet aufgrund einer Beschwerde der umliegenden Bierbrauer nachdrücklichst, dass die Brauer in ihren Märzenkellern am Gasteig und am Lilienberg Gäste bewirten. 


  • 13.5.1849 (vor 177 Jahren)

    Baden * Der beginnende Badische Maiaufstand führt zur Flucht des Großherzogs Leopold von Baden am 13. Mai und zur Ausrufung der Republik Baden. Doch preußische Truppen rückten gegen Baden vor. 


  • 13.5.1868 (vor 158 Jahren)

    Schloss Neuschwanstein * König Ludwig II. teilt Richard Wagner in einem Brief seinen Entschluss mit, dass er die alte Burgruine Hinterhohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen lassen will. Es ist das spätere Schloss Neuschwanstein.


  • 13.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Eugen Leviné wird unter dem Namen Ludwig Geisenberg in der Schneckenburgerstraße 20 festgenommen und wegen Hochverrats angeklagt. 


  • 13.5.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Zur Ergreifung Ernst Tollers werden 30.000 Mark ausgesetzt. 


  • 13.5.1919 (vor 107 Jahren)

    Berlin * Die SPD ruft zu einer Massenkundgebung gegen die Versailler Friedensbedingungen in Berlin auf. Etwa 10.000 Menschen beteiligen sich an dieser Protestkundgebung. Eine erstaunlich geringe Anzahl. 


  • 13.5.1921 (vor 105 Jahren)

    München * Hugo Alois von Maffei stirbt. Bis zuletzt ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank.


  • 13.5.1923 (vor 103 Jahren)

    Deutsches Reich * Auf Initiative des Verbands Deutscher Blumengeschäftsinhaber wird am 13. Mai 1923 erstmals der „Muttertag“ in Deutschland gefeiert. Die Nationalsozialisten nutzten den Muttertag für ihre Propaganda und machten ihn zum Feiertag, was ihn bis heute teils umstritten macht.


  • 13.5.1981 (vor 45 Jahren)

    München * Nach acht Monaten stellt die Sonderkommission Theresienwiese ihre Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat ein und präsentiert den 187-seitigen vorläufigen Abschlussbericht. 

    • 860 Spuren wurden verfolgt und in die puzzleartige Rekonstruktion der Tat eingepasst.
    • Die Beamten haben 1.800 Zeugen vernommen und 1.500 Asservate begutachtet.

    Die Quintessenz lautet: 
    „Gundolf Köhler dürfte als Alleintäter gehandelt haben. Für eine Mittäterschaft oder auch nur Mitwisserschaft anderer an dem Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest ließen sich keine konkreten Anhaltspunkte erkennen“.

    Seine rechtsextremistische Einstellung wird durch Nachforschungen bestätigt. Ebenso, dass er in den Jahren 1975/76 an Übungen der am 30. Januar 1980 verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann teilgenommen hat. Die These vom verwirrten Einzeltäter ist seitdem die offizielle Version.  


© 2022 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.

Impressum  Sitemap  Login