Am 01. März geschah

  • 1.3.1614 (vor 412 Jahren)

    München * Mit einem herzoglichen Mandat wird wieder einmal der Versuch gestartet, Bettler, müßiggehendes Gesindel und herrenlose, bewaffnete Soldaten zu bekämpfen. 


  • 1.3.1627 (vor 399 Jahren)

    Eichstätt * Ursula Bonschab wird der Hexerei beschuldigt. Sie wurde aufgrund von 16 Denunziationen gefangen genommen und „gütlich und peinlich vernommen“. 20 Tage hält sie den Qualen einer extrem grausamen und sich immer steigernden Folterprozedur stand, erst dann ist die selbstbewusste Frau gebrochen.

    Sie gesteht schließlich alles, was man ihr vorsagt: „Wetterzauber, Kinderausgraben, Coitus mit dem ‚bösen Feind‘, Schadzauber mit Pulver und Salben an Menschen und Tieren“. Außerdem nennt sie noch 34 Gespielinnenan denen sich die fürstbischöflichen Kommissare im Anschluss ebenfalls vergehen. 


  • 1.3.1773 (vor 253 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Im Opernhaus am Salvatorplatz gibt Johann Baptist Joachim Nießer mit seinem Ensemble erstmals eine Vorstellung. Der gesamte kurfürstliche Hof ist dabei anwesend. 


  • 1.3.1790 (vor 236 Jahren)

    Freising * Joseph Konrad von Schroffenberg-Mös wird zum Bischof von Freising gewählt. 


  • 1.3.1790 (vor 236 Jahren)

    Wien * Nach dem Tod Kaiser Josephs II. übernimmt Kurfürst Carl Theodor das Reichsvikariat. Er führt damit die laufenden Geschäfte bis zur Wahl beziehungsweise Krönung des neuen Kaisers. 


  • 1.3.1792 (vor 234 Jahren)

    Wien * Kaiser Leopold II. stirbt in Wien. Sein Nachfolger - als Kaiser sowie als König von Ungarn und Böhmen, Erzherzog von Österreich sowie Herr der übrigen Länder der Habsburgermonarchie - wird Franz II.. 


  • 1.3.1799 (vor 227 Jahren)

    Frankreich - Deutschland * Französische Truppen überschreiten den Rhein. Der Zweite Koalitionskrieg beginnt. 


  • 1.3.1808 (vor 218 Jahren)

    München - Regensburg * Minister Montgelas hat ausreichend belastendes Material gegen die Thurn und Taxis gesammelt und kann nun König Max I. Joseph handfeste Beweise auf den Tisch legen. Demnach öffnen und lesen die Thurn und Taxis in ihren „Schwarzen Kabinetten“ heimlich die ihnen anvertrauten Briefe. Das Material ist so erdrückend, dass man sich in Regensburg keine Mühe zur Entgegnung macht. Der Taxische Beamte Alexander von Vrints gibt alles zu und räumt ein, dass dies seit hundert Jahren bei den Taxis übliche Praxis sei.

    Mit der Verordnung über die Einrichtung einer General-Direktion der Königlichen Posten wird in Baiern die Thurn und Taxischen Reichsposten beseitigt. Man unterstellt die Post dem Ministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren.

    Mathilde Therese, die Ehefrau des Fürsten Carl Alexander von Thurn und Taxis und Nichte von Max I. Joseph, erreicht noch, dass sie als Ablösesumme Teile des ehemaligen Regensburger Hochstifts erhält, nämlich Wörth, Donaustauf und Wiesent. Außerdem bekommt das Haus Thurn und Taxis 60.000 Gulden und die Würde eines baierischen Reichsoberpostmeisters mit der Funktion „der Oberaufsicht bei feierlichen Zügen und Auffahrten“ und die Befugnis, bei hochoffiziellen Anlässen den Reichsapfel zu tragen.


  • 1.3.1832 (vor 194 Jahren)

    München * Der Preß- und Vaterlandsverein zur Abwehr von staatlichen Eingriffen in die Pressefreiheit wird verboten. Johann Georg August Wirth wird zwei Wochen später wegen Hochverrats verhaftet. 


  • 1.3.1848 (vor 178 Jahren)

    Mannheim * Die Mannheimer Petition, versehen mit vielen Unterschriften, wird den Abgeordneten im badischen Parlament überreicht. Eine mehrere tausend Menschen starke Demonstration begleitet die Delegation, um ihren Willen zur Änderung der politischen Verhältnisse zu unterstreichen. Das Großherzogtum Baden ist auch der erste Staat, der die Märzforderungen umsetzt. 


  • 1.3.1848 (vor 178 Jahren)

    Deutschland * Innerhalb weniger Wochen greifen die revolutionären Vorgänge auch auf die übrigen Staaten des Deutschen Bundes über. Ein wesentliches Ziel der Märzrevolution ist die Überwindung der Restaurationspolitik, die die Zeit seit dem Wiener Kongress geprägt hat. Einer der bedeutendsten Verfechter der politischen Restauration ist  der österreichische Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst von Metternich.  

    Die Politik der Restauration wurde auf dem Wiener Kongress am 9. Juni 1815 von den meisten europäischen Staaten beschlossen. Sie sollte innenpolitisch und zwischenstaatlich die politischen Machtverhältnisse des Ancien Régime in Europa wiederherstellen, wie sie vor der Französischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. Dies bedeutet die Vorherrschaft des Adels und die Wiederherstellung seiner Privilegien.  

    Weiterhin sollte die napoléonische Neuordnung Europas, die mit dem Code civil auch bürgerliche Rechte etabliert hatte, rückgängig gemacht werden. Innenpolitisch wurden im Zuge der Restauration Forderungen nach liberalen Reformen oder nach nationaler Einigung unterdrückt, Zensurmaßnahmen verschärft und die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Vor allem die studentischen Burschenschaften sind zu dieser Zeit die Träger der Forderung nach nationaler Einigung und demokratischen Bürgerrechten.  

    In manchen Ländern des Deutschen Bundes lenken die Fürsten rasch ein. Dort kommt es bald zur Errichtung von liberalen „Märzministerien“, die den Forderungen der Revolutionäre nachkommen, durch Einrichtung von Schwurgerichten, der Abschaffung der Pressezensur, und der Bauernbefreiung. Oft bleibt es jedoch bei bloßen Versprechungen.  


  • 1.3.1864 (vor 162 Jahren)

    München * Prinz Otto wird zur militärischen Ausbildung ins Kadettenkorps eingeführt. 


  • 1.3.1869 (vor 157 Jahren)

    München * Der Münchner Ableger des seit 1863 bestehenden Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins - ADV wird in der Nordendhalle gegründet. Angekündigt ist eine Veranstaltung mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: „Besprechung der Arbeiterfrage“.

    Tatsächlich ist es eine Gründungsversammlung. Siebzig Personen treten dem Vorgängerverein der SPD an diesem Tag bei. Der Verein wird aber ziemlich schnell wieder verboten, weil der Obrigkeit die politischen Debatten in Vereinen einfach suspekt sind. 


  • 1.3.1871 (vor 155 Jahren)

    Paris * 20.000 deutsche Soldaten, darunter 1.000 bayerische, marschieren in Paris ein und paradierten auf dem Longchamps vor dem Deutschen Kaiser Wilhelm I.. Die Parade ist der der Abmachung vom 15. Februar 1871. 


  • 1.3.1871 (vor 155 Jahren)

    Bordeaux • Der Versailler Vorfriede wird in Bordeaux von der französischen Regierung unterschrieben. 


  • 1.3.1883 (vor 143 Jahren)

    München * Die Münchner „Telephonabonnenten“ können erstmals probeweise - mit 118 Anschlüssen - telefonieren. 


  • 1.3.1895 (vor 131 Jahren)

    München * Der Briefkopf der Firma Hildebrand & Wolfmüller weist folgende Fabrikationslokalitäten auf: Colosseumstraße 1, Müllerstraße 44, Müllerstraße 48, Baumstraße 4a und Zenettistraße 11. Im Frühjahr 1895 sind bereits 850 Beschäftigte in den über die Stadt verteilten Betriebe tätig. Die Zahl der Arbeiter steigt bis zum Konkurs der Firma noch auf 1.200 Arbeiter an.


  • 1.3.1900 (vor 126 Jahren)

    Samoa * Die deutsche Flagge wird - als Zeichen der Inbesitznahme - über Samoa gehisst. 


  • 1.3.1917 (vor 109 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Karl Valentin und Liesl Karlstadt treten vom 1. März 1917 bis zum 1. Oktober 1919 im Serenissimus in der Akademiestraße auf. 


  • 1.3.1918 (vor 108 Jahren)

    München * Die bayerischen Behördenvertreter unterscheiden zwischen

    • den „hetzerischen Führern“, die lediglich ihre eigensüchtigen Ziele verfolgen, und
    • den eigentlich „unpolitischen“ beziehungsweise „gutmütigen“ Anhängern, die es gilt, wieder auf den „rechten Weg“ zurückzuführen.

    Diese Theorie kann später ohne Probleme in die Dolchstoßlegende und die sie umgebenden Verschwörungstheorien integriert werden. 


  • 1.3.1918 (vor 108 Jahren)

    Deutsches Reich * Das deutsche Heer besteht aus 5,1 Millionen einsatzfähigen Soldaten. 


  • 1.3.1918 (vor 108 Jahren)

    Kiew * Deutsche Truppen besetzen Kiew und setzen eine antibolschewistische Regierung ein. 


  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Kreuzviertel - München-Theresienwiese * Der Rätekongress wählt einen Aktionsausschuss. Noch während der Sitzung kommt es auf der Theresienwiese zu einer Demonstration gegen die Verhaftungen vom Vortag und für die Proklamation der Räterepublik. Die daraufhin aufmarschierende Republikanische Schutztruppe schießt wahllos in die Menge, tötet drei Menschen und verletzt neun schwer.

    Die Nachricht wird im Rätekongress mit einer Mischung aus Erleichterung und Abscheu aufgenommen. Die Radikalen sehen darin den völligen „Bankrott der Sozialdemokratie“. Für sie erklärte der Anarchist Gustav Landauer: „In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei.“  


  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Nachdem am Tag zuvor beschlossen worden ist, dass die Einberufung des Landtags auf unbestimmte Zeit verschoben wird, bestimmt der Rätekongress am Nachmittag des 1. März die neuen Minister.  

    • Der gemäßigte [!] Mehrheitssozialdemokrat Martin Segitz wird Ministerpräsident und leitet zudem noch das Außen- und Innenministerium, 
    • Ernst Niekisch [SPD] ist zuständig für Unterricht und Kultus,  
    • Fritz Endres [SPD] für Justiz,  
    • Richard Scheid [SPD] für militärische Angelegenheiten,
    • Joseph Simon [USPD] für Handel, Gewerbe und Industrie,
    • Edgar Jaffé [USPD] für Finanzen,  
    • Hans Unterleitner [USPD] für soziale Angelegenheiten und
    • Theodor Dirr [BBB] für Land- und Forstwirtschaft.  
    • Der parteilose Heinrich von Frauendorfer übernimmt das Verkehrsministerium.  

    Nun müssen nur noch die betroffenen politischen Parteien ihren Mitgliedern die Annahme des Ministeramtes gestatten. 


  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Sämtliche Münchner Truppenteile sprechen in einer Entschließung dem Stadtkommandanten Oskar Dürr, dem die  Abteilung der Republikanischen Schutztruppe untersteht, die auf der Theresienwiese das Blutbad mit drei Toten hinterlassen hat, das Vertrauen aus. Sie fordern

    • die sofortige Einsetzung eines rein sozialistischen Ministeriums unter Ausschaltung der Kommunisten und Spartakisten,  
    • die Bewaffnung der Arbeiterschaft und  
    • eine Vernünftige Pressezensur, die jede Partei zu Wort kommen lässt. 

  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Flugzeuge werfen über München Flugblätter ab. Die von Ernst Schneppenhorst und Hermann Ewinger für das Kommando des III. Armeekorps unterzeichneten Aufrufe fordern im Namen der Arbeiter und Soldaten von Amberg, Bayreuth, Sulzbach, Regensburg, Straubing, Erlangen, Ingolstadt, Grafenwöhr, Nürnberg und Fürth auf, sich gegen eine Diktatur der Kommunisten und Dr. Max Levien zu wenden. 


  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In den Postämtern kommen Briefmarken des Freistaats Bayern zur Ausgabe. Es sind Marken der letzten Ausgabe mit dem Königsbild, das schwarz mit Volksstaat Bayern überdruckt sind. 


  • 1.3.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Thomas Mann notiert in sein Tagebuch: „Die politische Lage scheint einigermaßen entspannt. Ein Kompromiss, gegen das Geschrei der Kommunisten, ist geschlossen, die Räte-Republik abgelehnt.“ 


  • 1.3.1923 (vor 103 Jahren)

    Wien * Karl Valentin und Liesl Karlstadt spielen bis 31. März in Wien bei Leopoldi/Wiesenthal in der Rotgasse.


  • 1.3.1928 (vor 98 Jahren)

    Wien * Infolge des öffentlichen Drucks erhält das Ronacher keine Bewilligung für die Josephine-Baker-Show. Der Kompromiss ist, dass Baker ab dem 1. März für sechs Wochen im Johann-Strauß-Theater in der Revue „Schwarz auf Weiß“ anstatt in einer Solo-Show auftritt. 


  • 1.3.1952 (vor 74 Jahren)

    München-Untergiesing * Pfarrer Adolf Mathes, der seinerzeit auch als „Bunkerpfarrer" bekannt war, eröffnet das Heim für obdachlose Männer an der Pilgersheimerstraße 11, als Ersatz für die zwei Bunker, die er bis dahin anzubieten hatte. 

    Das „Pilgersheim" hat bei seiner Eröffnung - als damals Deutschlands modernstes Obdachlosenasyl - 400 Betten, in denen vor allem das Heer von Kriegsheimkehrern, Evakuierten, Heimatvertriebenen und Menschen, die alles verloren haben, kurzzeitig unterkommen. Das Haus verfügt im Erdgeschoss über einen Aufenthaltsraum und elf Schlafsäle, mit jeweils acht oder sechzehn Betten. 

    • Die erste Nacht ist kostenlos.
    • Für jede weitere Übernachtung müssen die Männer ein Fufzgerl bezahlen.
    • Für ein weiteres Fünferl gibt es einen Morgenkaffee.
    • Die Quartiersuchenden können das Haus nur durch das Zimmer des Arztes betreten.
    • Nach einer kurzen Untersuchung müssen die Männer baden und werden - wenn notwendig und notfalls auch zwangsweise - desinfiziert.
    • Eigene Kleidung ist den Asylsuchenden verboten.
    • Sie müssen gestreifte Blaumann-Schlafanzüge und Filzpantoffeln anziehen.

  • 1.3.1982 (vor 44 Jahren)

    Rom-Vatikan * Kardinal Joseph Ratzinger tritt seine neue Aufgabe als Kurienkardinal und Präfekt der römischen Kongregation für die Glaubenslehre in Rom an. Damit ist Ratzinger der oberste Glaubenswächter der katholischen Kirche. Während dieser Zeit gibt es heftige Auseinandersetzungen. 


  • 1.3.1986 (vor 40 Jahren)

    München-Graggenau * Der U-Bahnhof Odeonsplatz für die U 5 wird eröffnet. Er verknüpft die Strecken der U 5 mit der der U 3/6. 


  • 1.3.1992 (vor 34 Jahren)

    München-Haidhausen * Die Planungen der Instandsetzung und Erweiterung der Villa Stuck beginnen.


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