Am 10. Januar geschah

  • 10.1.1588 (vor 438 Jahren)

    München * In München findet bis 6. April ein Landtag statt, auf dem Herzog Wilhelm V. den Ständen eine Schuldenlast von 1.992.736 Gulden bekanntgeben muss. Alleine 700.000 Gulden hat der Kölner Krieg verschlungen.


  • 10.1.1803 (vor 223 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Das Religionsedikt bringt die Gleichberechtigung von Katholiken, Lutheraner und Reformierten. Aus Anlass der Aufnahme fränkischer und schwäbischer Gebiete in den immer größer werdenden baierischen Staat kommt es zu nachstehenden Bestimmungen: 

    Bei künftiger Besetzung der Staatsämter werden Wir nur auf die Würdigsten, ohne Unterschied der im deutschen Reiche eingeführten drei christlichen Religionen [gemeint sind die Katholiken, Lutheraner und Reformierten] den landesväterlichen Bedacht nehmen. Keinem unserer Untertanen, von welcher Konfession er sei, soll je etwas zugemutet werden dürfen, welches seiner Religions- oder Gewissensfreiheit entgegen wäre." 

    Doch der Mann, der die positive Entwicklung der evangelischen Kirche in Bayern bremsen wird, steht in der Person des Kronprinzen Ludwig I. schon bereit.


  • 10.1.1806 (vor 220 Jahren)

    München * Drei Tage vor der Hochzeit, kommt der 23-jährige Bräutigam Eugène Beauharnais in München an. Seine 17-jährige Braut Auguste Amalie hatte „einen unkultivierten Protegé“ des französischen Kaisers erwartet. Doch nun erlebt sie zu ihrer Überraschung einen „liebenswürdigen Edelmann“


  • 10.1.1890 (vor 136 Jahren)

    München * Ignaz von Döllinger stirbt - exkommuniziert und unversöhnt mit der römisch-katholischen Kirche.


  • 10.1.1917 (vor 109 Jahren)

    Paris - London - Moskau * Die Entente-Mächte geben ihre Kriegsziele bekannt:

    • Frankreich will die Zerschlagung des Deutschen Reichs und die Rückgabe von Elsaß-Lothringen.
    • Großbritannien fordert
      • die Einschränkung der weltpolitischen Stellung des Deutschen Reichs,
      • die Aufteilung der deutschen Kolonien,
      • die Zerstörung der Flotte und
      • die Begrenzung des Außenhandels.
      • Zudem drängt Großbritannien auf die Wiederherstellung der Eigenständigkeit Belgiens, Serbiens und Montenegros. 
    • Russland fordert - neben der Räumung der besetzten Gebiete - die Wiedereingliederung Polens. 

  • 10.1.1918 (vor 108 Jahren)

    München * Das Bayerische Kriegswucheramt berichtet dem Innenminsterium, dass in Niederbayern mehr Schmalznudeln als in früheren Zeiten „aus weißem Mehl unter Verwendung von großen Mengen Schmalz und Butter“ gegessen werden. 


  • 10.1.1918 (vor 108 Jahren)

    Berlin * Die USPD-Reichstagsfraktion kritisiert in einem Aufruf die Annexionspläne des deutschen Imperialismus im Osten scharf. 


  • 10.1.1918 (vor 108 Jahren)

    Berlin * Der USPD-Parteivorstand in Berlin veröffentlicht das Flugblatt „Männer und Frauen des werktätigen Volkes!“. Er ruft darin nur zu einem zeitlich befristeten, dreitägigen Demonstrationsstreik auf. Zu einem unbefristeten Massenstreik, wie ihn Kurt Eisner will, kann er sich nicht durchringen. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Ludwigsvorstadt * Rund 200 Linksradikale treffen in der Bayerstraße auf eine Militärstreife, die diese zum Auseinandergehen auffordert. Erst nach einem Schusswechsel, bei dem niemand verletzt wird, zerstreut sich die Gruppe. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Nahezu alle Anführer der Kommunisten und Spartakisten werden verhaftet, darunter Erich Mühsam, Josef Sontheimer, Eugen Leviné, Max Levien, Hildegard Elisabeth Cramer und weitere. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Ludwigsvorstadt * Gegen 13 Uhr versammeln sich über tausend Demonstranten auf der Theresienwiese. Durch die Redner erfahren sie von den Verhaftungen vom Vormittag. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Gegen 15 Uhr beginnen die entsetzten Versammelten einen Demonstrationszug zum Montgelas-Palais, in dem Ministerpräsident Kurt Eisner residiert, und fordert die Freilassung der Verhafteten. Eisner erklärt sich zum Empfang einer Abordnung am nächsten Tag bereit, wenn sie ruhig und ohne Massendemonstration käme. Die Demonstranten werden immer erregter. 

    Oskar Maria Graf berichtet: „Hin und her drängte sich alles. Hinter dem verschlossenen Tor, hieß es, stünden schussbereite Maschinengewehrschützen. Man ratschlagte einige Minuten. Auf einmal kletterte ein Matrose auf dem Kandelaber zum Balkon empor, schwang sich drüber und verschwand unter lautem Jubel in der Tür.  
    Kurz darauf erschien er mit Eisner, der fürchterregt auf uns herunter schrie: ‚So holt sie euch, in Gottes Namen! Sie sind enthaftet!‘“
      Daraufhin ziehen sich die Demonstranten zurück. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Ludwigsvorstadt * Die aus der Haft in Stadelheim entlassenen Erich Mühsam und Eugen Leviné sprechen im Festsaal des Mathäserbräu.  Es kommt zu einer Schießerei, bei der ein Chauffeur getötet und ein 14-jähriger Lehrling verwundet wird.  

    Gegen 22:30 Uhr kommt es auf dem Bahnhofsplatz zu einer Schießerei zwischen den Demonstranten und der Bahnhofswache. Als die Demonstranten in den Südbau des Bahnhofs einzudringen versuchen, eröffnet die Bahnhofswache ein Maschinengewehrfeuer, in dem drei Frauen und zwei Männer getötet sowie 15 Personen schwer verwundet werden. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Dr. Fritz Gerlich gründet den bayerischen Zweig der Liga zur Bekämpfung des Bolschewismus. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    Berlin * Der Antibolschewistenfonds der deutschen Wirtschaft wird in Berlin gegründet und einem 50-Millionen-Mark-Sofort-Bankkredit ausgestattet. Neben der Finanzierung

    • der militärischen Zerschlagung der deutschen Räterepubliken 
    • fließen auch viele Gelder in die antibolschewistische-nationalistische Propaganda sowie
    • in die Einwohnerwehren. 

  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    Spandau * Die Brigade Reinhard unter Leitung des Kommandanten von Berlin, Oberst Wilhelm Reinhard, überfällt das spartakistische Hauptquartier in Spandau. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    Bremen * Die Hansestadt Bremen wird durch die Internationalen Kommunisten Deutschlands zur Selbstständigen Sozialistischen Republik, eine Räterepublik, erklärt. Die USPD ist zunächst bereit, gemeinsam mit den Kommunisten - unter Ausschluss der anderen politischen Kräfte - die Regierung zu übernehmen. 


  • 10.1.1919 (vor 107 Jahren)

    Ruhrgebiet * Im Ruhrgebiet beginnt ein Generalstreik, an dem sich 80.000 Arbeiter, in der Mehrzahl Bergarbeiter, beteiligen. 


  • 10.1.1920 (vor 106 Jahren)

    Deutsches Reich * Der Versailler Vertrag tritt in Kraft. Der Vertrag weist Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Rolle des Aggressors im Ersten Weltkrieg zu. 

    • Das Deutsche Reich wird finanziell für die Schäden an Land und Menschen haftbar gemacht. Hohe Reparationsforderungen sind die Folge.
    • Dazu umfangreiche Gebietsabtretungen und
    • eine militärische Abrüstung durch die Reduzierung der Berufsarmee auf maximal 100.000 Mann einschließlich höchstens 4.000 Offiziere und eine Marine mit 15.000 Mann.
    • Dazu kommen Vorschriften zur Ausstattung der Wehrmacht. 

  • 10.1.1969 (vor 57 Jahren)

    London * George Harrison verlässt nach einem erbitterten Streit mit John Lennon die Film- und Plattenaufnahmen von „Let It Be“, nachdem es zuvor schon Auseinandersetzungen mit Paul McCartney gab. Erst nach zwei klärenden Gesprächen aller vier Beatles können die Aufnahmen am 21. Januar fortgeführt werden. Der Bruch ist aber unwiderruflich eingetreten. 


  • 10.1.1972 (vor 54 Jahren)

    Großbritannien * Die dreifach LP „The Concert for Bangla Desh“ von George Harrison kommt in die Plattenläden. Das Konzert war unter Beteiligung von Ravi Shankar, Eric Clapton, Badfinger, Jim Keltner, Billy Preston, Ringo Starr, Leon Russel, Bob Dylan und vielen anderen am 31. Juli 1971 aufgenommen worden. 


  • 10.1.2016 (vor 10 Jahren)

    Großbritannien * Der Sänger David Bowie stirbt an Leberkrebs. Zwei Tage zuvor, an seinem 69. Geburtstag, war sein Album „Blackstar“ veröffentlicht worden. 


  • 10.1.2016 (vor 10 Jahren)

    München-Berg am Laim * In der Kultfabrik und im Optimol-Gelände gehen endgültig die Lichter aus. Damit schließt Europas größte Party-Zone.


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