Am 11. April geschah

  • 11.4.1713 (vor 313 Jahren)

    Utrecht * Großbritannien nimmt mit Frankreich Friedensverhandlungen auf. Während Frankreich, England, Holland, Savoyen, Portugal und Preußen den Vertrag von Utrecht unterzeichnen, verweigert der kaiserliche Gesandte die Unterschrift.  

    • Das spanisch-habsburgische Riesenreich wird nicht wiederhergestellt.
    • Spanien bleibt in den Händen der französischen Bourbonen, darf aber keinesfalls mit Frankreich vereinigt werden.
    • Die Spanischen Niederlande fallen an den Kaiser, Holland erhält einige Sperrfestungen gegenüber Frankreich und besetzt die Gegenküste zum Inselreich.
    • Die italienischen Besitzungen Spaniens fallen an Österreich, Sizilien aber an das Haus Savoyen.
    • Der baierische Kurfürst wird wieder - mit dem Rang eines neunten Kurfürsten - in seine Herrschaft und Länder - außer der Oberpfalz - eingesetzt.
    • Die Erhebung Preußens zum Königreich wird anerkannt.

  • 11.4.1715 (vor 311 Jahren)

    München * Nachdem Kurfürst Max Emanuel aus seinem Exil wieder nach Baiern zurückgekehrt ist, lässt er alle Juden aus dem Land weisen.

    • Dabei hat die Kurbaierische Landschaftsverordnung, die Vertretung der Landstände, in den letzten Monaten der kaiserlichen Besatzungsherrschaft auf jüdische Finanzmittel zurückgegriffen.
    • Um den Abzug der kaiserlichen Besatzungstruppen zu beschleunigen, hat sie die ausstehenden kaiserlichen Forderungen und alle Landesausgaben übernommen.
    • Diese Aufwendungen hat sich die Landschaftsverordnung von jüdischen Geldgebern finanzieren lassen. 
    • Als Gegenleistung gesteht man den Kreditgebern den freien Aufenthalt im Kurfürstentum bis zur Zurückzahlung der Schulden zu.

  • 11.4.1782 (vor 244 Jahren)

    New York * Benjamin Thompson trifft in New York ein und kümmert sich um die vollständige Rekrutierung seines Königlichen Amerikanischen Dragoner-Regiments.


  • 11.4.1804 (vor 222 Jahren)

    Petersburg - London * England und Russland schließen in Petersburg ein Bündnis, dessen erklärtes Ziel es ist, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zu beschränken. 


  • 11.4.1805 (vor 221 Jahren)

    Petersburg * Napoleons Ambitionen im Nahen Osten führt zur Annäherung von Russland und Großbritannien. Sie schließen in Petersburg ein Bündnis, dessen erklärtes Ziel es ist, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zu beschränken. Dem Bündnis treten Schweden und Neapel bei. 


  • 11.4.1814 (vor 212 Jahren)

    Elba * Napoleon Bonaparte behält seinen Titel. Ihm wird die Insel Elba als Fürstentum zugewiesen. Mit Ludwig XVIII. wird in Frankreich das Königtum restauriert. 


  • 11.4.1835 (vor 191 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Die Arbeiten für die von Friedrich von Gärtner im Stil des romantischen Historismus geplanten Bauten gegenüber der Universität beginnen. Sie dauern sechs Jahre an.

    • Nördlich der heutigen Veterinärstraße entsteht das Max-Joseph-Stift für höhere Töchter, 
    • südlich davon das Georgianum für angehende Geistliche.

  • 11.4.1870 (vor 156 Jahren)

    München-Au * Scheinbar haben die Eheleute Johann Valentin und Johanna Maria Fey ihre in Sachsen vollzogene Eheschließung nicht bei der Königl. Polizeidirektion München gemeldet, weshalb die Behörde Nachforschungen anstellt. 


  • 11.4.1909 (vor 117 Jahren)

    München * Der Bildhauer Anton Heß stirbt.


  • 11.4.1918 (vor 108 Jahren)

    Armentières - Nordfrankreich * Der britische Oberkommandierende Douglas Haig gibt den Tagesbefehl: „Jede Stellung muss bis zum letzten Mann gehalten werden. Es darf keinen Rückzug geben. Mit dem Rücken zur Wand und an die Gerechtigkeit unserer Sache glaubend, muss jeder von uns bis zum Ende kämpfen.“ 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Revolutionäre Zentralrat hat jetzt zehn neue Mitglieder: die am Tag zuvor gewählte Abordnung des Rats Revolutionärer Betriebsobleute und Revolutionärer Soldatenvertreter. Die Neuen lehnen ein Stimmrecht und die Verantwortung für die Maßnahmen des Zentralrats ab. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Gustav Landauer, der Volksbeauftragte für Volksaufklärung, führt in der kurzen Zeit der (sozialistischen) Räterepublik Baiern einige Sozialreformen im Bildungsbereich ein. Nachdem das Erziehungswesen durch die Regierung Eisner auf eine staatliche Grundlage gestellt worden war, führt Landauer folgende Neuerungen ein:

    • Die Einheitsschule für alle Schüler vom 7. bis zum 13. Lebensjahr,
    • die Handwerksschulen für die praktische Ausbildung,
    • die Mittelschulen für die weiterführende geistige Ausbildung.
    • Die Abschaffung der Prügelstrafe,
    • die Aufhebung des Zölibats für Lehrerinnen und
    • die Wahl von Schulräten, in die Lehrer, Eltern und Schüler gewählt werden.
    • Die Kirche spielt in diesem Erziehungskonzept keine Rolle mehr.
    • Ein neues Hochschulprogramm für die zweitgrößte deutsche Universität in München wird entwickelt.
    • Der Lehrkörper und die Studenten sollen auf rechtsextremistische Aktivitäten überprüft werden. 

  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Durch die Berichterstattung der Presse wird in der bayerischen Bevölkerung eine Panik ausgelöst. Es heißt: „Gesell will uns unser Geld wegnehmen!“. Deshalb finden sich bereits am frühen Morgen viele Kunden vor den Banken ein und wollen ihr Geld abholen. Große Teile der Bevölkerung sind jetzt erstmals gegen die Räteregierung eingestellt. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Die Pressehäuser der bürgerlichen Presse werden sozialisiert und die Zeitungsbesitzer enteignet. Die Betriebe gehen in die Hände der Arbeiter über.

    • Die Zeitungen werden auch weiterhin von den Redaktionen gemacht. Ihnen wird allerdings ein Aufpasser zur Seite gestellt. Redakteure, die ihre Entlassung einreichen, erhalten eine Lohnfortzahlung für sechs Monate. 
    • In leitender Funktion arbeitet bei der Zensurbehörde der Schriftsteller Ret Marut, der später unter seinem Pseudonym B. Traven bekannt wird. 

  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Ernst Toller und der Revolutionäre Zentralrat veranlassen die Freilassung aller Kriegsgefangenen. Sie sollen nicht durch erneute Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie können sich ab sofort frei bewegen und dürfen den Freistaat Bayern verlassen. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München - Regensburg - Straubing * Auch Regensburg und Straubing stellen den Fernsprechverkehr mit München ein.


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In einer geheimen Sitzung beschließt das Münchner Gemeindekollegium die Ablehnung der Baierischen Räterepublik. Die Räteregierung ernennt daraufhin Emil Schmaderer zum Regierungskommissar für die Gemeindeverwaltung München. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Sozialdemokratische Verein München hat eine Urabstimmung zur Räterepublik durchgeführt. Knapp ein Drittel der Mitglieder beteiligt sich daran. Das Ergebnis ist gespalten. Eine Hälfte spricht sich für, die andere gegen die Räterepublik aus. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Die Mitglieder der Münchner SPD sprechen sich mit knapper Mehrheit gegen die Entsendung eigener Vertreter in die Gremien der Räterepublik aus. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Ludwigsvorstadt * Im Gasthaus Zum Steyrer in der Schützenstraße kommt es gegen 15 Uhr zu einer Rauferei, bei der ein Angehöriger der Bahnhofswache Prügel bezieht. Die herbeigeeilte Republikanische Schutztruppe greift ein, muss aber vor der aufgebrachten Volksmenge den Rückzug antreten. Daraufhin versucht die Menge den Hauptbahnhof zu stürmen.

    Gegen 16:45 Uhr kann das herbeigerufene Leibregiment mit Schreckschüssen den Bahnhofsplatz räumen und später den Hauptbahnhof besetzen. Mindestens neun Personen, darunter eine Frau und ein Kind, werden verletzt.


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Um 19 Uhr ordnet der Revolutionäre Zentralrat (Ernst Toller) die Entwaffnung der Bourgeoisie an. Die bürgerliche Bevölkerung muss innerhalb von 24 Stunden die in ihrem Besitz befindlichen Waffen abliefern.

    Toller veranlasst auch die Entwaffnung der Polizei. Er befürchtet, dass die Beamten, die bereits im Königreich ihren Dienst verrichtet haben, sich bei einer Gegenrevolution auf die Seite der Putschisten stellen werden. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Zwischen 10. und 12. April tritt das aus mehreren Gerichten bestehende Revolutionstribunal im Justizpalast zusammen und nimmt seine Tätigkeit auf. Es soll sowohl politische Straftäter als auch gewöhnliche Verbrecher Ihrer Bestrafung zuführen. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Ein Viererrat der Studenten setzt die völlige Schließung der Akademie der bildenden Künste durch. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Graggenau * Auf einer Massenversammlung im Hofbräuhaus sprechen Erich Mühsam, Ernst Toller, Gustav Landauer und Max Levien.

    • Ernst Toller gibt bekannt, dass die Entwaffnung der Bourgeoisie ebenso fortschreitet wie die Bewaffnung des Proletariats.
    • Gustav Landauer verteidigt die Ausrufung der Räterepublik.
    • Erich Mühsam bekennt sich zur ablehnenden Haltung der KPD zur sozialistischen Räterepublik, kritisiert aber ihren gegenwärtigen Boykott in aller Schärfe.
    • Max Levien erklärt erneut, warum sich die KPD nicht an der Räteregierung beteiligt.
    • Als Werner Fröhlich die Spaltung der sozialistischen Parteien verteidigt, kommt es zu Tumulten. Selbst KPD-Mitglieder wenden sich gegen die unversöhnliche Haltung ihrer Parteizentrale.

    Ein Antrag der Betriebsräte, der gegenwärtigen Räteregierung das Vertrauen auszusprechen, wird mit überwältigender Mehrheit angenommen. Erich Mühsam stimmt allerdings dagegen. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Regensburg * In Regensburg wird die von SPD und USPD unterstütze Räteregierung wieder aufgelöst. 


  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Bamberg * Der Kommandant der Republikanischen Schutztruppe, Alfred Seyfferitz, arbeitet gemeinsam mit Ministerpräsident Johannes Hoffmann und dem Minister für militärische Angelegenheiten, Ernst Schneppenhorst, Pläne für einen Putsch gegen die Räteregierung aus. Dieser soll - so die Absprache - in der Nacht vom 15. zum 16. April erfolgen.

    • Ministerpräsident Hoffmann zögert noch, da er nicht mit Waffengewalt gegen Münchner Arbeiter und Sozialisten vorgehen möchte. 
    • Militärminister Ernst Schneppenhorst möchte einen „klinischen Putsch“ durchführen. Darunter versteht er den Sturz der Regierung durch eine militärische Überrumpelung ohne großes Blutvergießen. 

  • 11.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Bamberg * Ministerpräsident Johannes Hoffmann, die Minister und die Landessekretariate der einzelnen Parteien sind inzwischen vollständig nach Bamberg übergesiedelt. In den nächsten Tagen soll sich hier auch der Ältesten-Ausschuss zusammenfinden und über die Einberufung des Landtags einen Beschluss fassen.  


  • 11.4.1921 (vor 105 Jahren)

    Doorn * Die Ex-Kaiserin und Ex-Preußenkönigin Auguste Viktoria, die Ehefrau von Ex-Kaiser Wilhelm II., stirbt im holländischen Doorn. 


  • 11.4.1933 (vor 93 Jahren)

    Dachau * Die SS übernimmt das Kommando im KZ Dachau. 


  • 11.4.1934 (vor 92 Jahren)

    Berlin * Uraufführung des Valentin-Karlstadt-Films „Der Theaterbesuch“ im Primus Palast in Berlin als Beiprogramm zu „Achtung, wer kennt diese Frau“.


  • 11.4.1946 (vor 80 Jahren)

    München * Die Stadt München ruft die Bewohner zur freiwilligen Räumhilfe auf. 4.943 Personen melden sich. Doch den Großteil der Räumarbeiten erledigen beauftragte sowie bezahlte Profis und keine Freiwilligen, auch keine „Trümmerfrauen“


  • 11.4.1947 (vor 79 Jahren)

    München * Die Bayerische Badeverordnung regelt das öffentliche Badewesen. 


© 2022 Gerhard Willhalm, inc. All rights reserved.

Impressum  Sitemap  Login