Am 24. April geschah

  • 24.4.1429 (vor 597 Jahren)

    München * Ein Brand legt große Teile der Stadt in Schutt und Asche.


  • 24.4.1516 (vor 510 Jahren)

    Ingolstadt * Die Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. verkünden auf dem Landtag in Ingolstadt eine Landes- und Polizeiordnung. Die Landesfreiheitserklärung bestimmt bis zur Aufhebung der Landständischen Korporation im Jahr 1808 das Verhältnis zwischen der Landschaft und dem Landesherrn. 

    Das „Buch der gemeinen Landpot, Landesordnung, Satzung und Gebräuch des Fürstentums Ober- und Niederbaiern“ enthält auch die Vorgabe „Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll“. Dieser Passus wird erst im 20. Jahrhundert als Bayerisches Reinheitsgebot bezeichnet werden. 

    Er hat folgenden - ins Neuhochdeutsche übersetzten - Wortlaut:

    • „Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß oder ein Kopf Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. 
    • Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen.
    • Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.
    • Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.
    • Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.“

  • 24.4.1528 (vor 498 Jahren)

    München * Ein Wiedertäufer namens Buntzer wird in München mit dem Schwert hingerichtet.


  • 24.4.1600 (vor 426 Jahren)

    München-Graggenau * Nach dem Vater muss Michael in den Wippgalgen. Doch der Bursche hält länger durch als sein Vater. Erst als man ihn zusätzlich mit einer brennenden Fackel unter den Achseln foltert, ist auch sein Wille gebrochen. Er bestätigt, dass er Kinderhände zum Zaubern genutzt hat, gesteht Morde, Brandstiftungen, Einbrüche, Raubzüge und alle sonstigen Verbrechen, die man ihm suggeriert. Die Mutter habe ihm das Hexen beigebracht.

    Bei seinem älteren Bruder Gumpprecht erzwingen die Folterknechte die Bestätigung für alles sowie weitere Gräueltaten. 


  • 24.4.1621 (vor 405 Jahren)

    Heilbronn * Die protestantische Union löst sich beim Unionstag in Heilbronn - unter dem Eindruck der militärischen Überlegenheit der kaiserlichen Heere und der katholischen Liga - selbst auf.


  • 24.4.1632 (vor 394 Jahren)

    Augsburg * Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf zieht in Augsburg ein. 


  • 24.4.1729 (vor 297 Jahren)

    München-Graggenau * Kurfürst Carl Albrecht gründet in einer feierlichen Zeremonie mit dem ersten Ritterschlag den „Georgi-Ritterorden“ neu.


  • 24.4.1741 (vor 285 Jahren)

    München-Graggenau * Die Aufnahme von sechs Geistlichen in den Georgs-Ritterorden wird beschlossen. Sie müssen aber die gleiche Ahnenprobe wie die weltlichen Mitglieder erfüllen.


  • 24.4.1803 (vor 223 Jahren)

    München * Die „zweckwidrigen Ceremonien am Himmelfahrtstag und Pfingstsonntag“ werden verboten. Gemeint sind das Aufziehen einer Christus-Figur und das Herablassen einer weißen Taube als heiliger Geist. 


  • 24.4.1809 (vor 217 Jahren)

    Tirol - Kufstein * Mit Ausnahme der Festung Kufstein wird Tirol von den Aufständischen erobert.


  • 24.4.1854 (vor 172 Jahren)

    Wien * Der 23-jährige österreichische Kaiser Franz Joseph heiratet in Wien die 16-jährige Herzogin Elisabeth „Sisi“ in Bayern. 


  • 24.4.1884 (vor 142 Jahren)

    Berlin * Reichskanzler Otto von Bismarck telegraphiert an den deutschen Konsul in Kapstadt, dass Lüderitzland unter dem Schutz des Deutschen Reiches steht. Damit ist Adolf Lüderitz am Ziel seiner Wünsche. 


  • 24.4.1890 (vor 136 Jahren)

    Bad Wörrishofen * Die Gründer der Firma Franz Kathreiner‘s Nachfolger, Emil Wilhelm und Adolph Brougier, schließen mit dem Bad Wörrishofener „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp einen Vertrag. Damit können sie ihr Malzkaffee-Produkt als „Kneipps-Malzkaffee“ mit einem Kneipp-Porträt und seiner Unterschrift in den Handel bringen.


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Graggenau * Die Betriebsräte beschließen im Hofbräuhaus-Parlament, dass auch weiterhin keine bürgerlichen Zeitungen erscheinen dürfen. 


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Um den Missstand der Zahlungsmittelnot zu beheben, wird mit den noch vorhandenen Druckplatten für Zwanzigmarkscheine neues Papiergeld gedruckt. Das Notenpapier reicht allerdings gerade Mal für 10 Millionen Mark.


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Willy Weinberger wird wieder Stellvertretender Stadtkommandant. Neuer Stadtkommandant ist nun Max Mehrer.


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Kommunist, Haidhauser Armenarzt und Armeearzt der Roten Armee, Dr. Rudolf Schollenbruch, wird zum Volksbeauftragten für das Gesundheitswesen bestimmt. 


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Bamberg * „Der Freistaat“, das amtliche Organ der in Bamberg residierenden Regierung Hoffmann, gibt bekannt: „Wegen Kohlenmangel muss ab heute der Personenverkehr auf den bayerischen Staatseisenbahnen eingestellt werden.“ 


  • 24.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Ruhrgebiet * Noch immer streikt ein Drittel der Belegschaften im Ruhrgebiet. 


  • 24.4.1922 (vor 104 Jahren)

    München-Giesing * Der „Verein Zoologischer Garten“ wird - bei nur zwei Gegenstimmen - aufgelöst.


  • 24.4.1936 (vor 90 Jahren)

    München * Der Kurzfilm „Das verhängnisvolle Geigensolo“ mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen wird uraufgeführt.


  • 24.4.1942 (vor 84 Jahren)

    München * Juden wird die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten.


  • 24.4.1944 (vor 82 Jahren)

    München-Lehel * Bei einem Bombardement der alliierten Streitkräfte in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wird die Anna-Klosterkirche ein Raub der Flammen. Ein mehrere Tage andauernder Brand zerstört fast die gesamte Inneneinrichtung, einschließlich der Stuckaturen und der Fresken. Lediglich die Außenmauern und das Gewölbe bleiben erhalten.  

    Das bedeutet, dass das heutige eindrucksvolle Aussehen des Kircheninneren lediglich einen Neubau aus der Zeit zwischen 1967 und 1979 darstellt. 


  • 24.4.1944 (vor 82 Jahren)

    München-Au * Die Volksschule am Kolumbusplatz wird in der Nacht vom 24. zum 25. April 1944 von englischen Bombern total zerstört und danach auch nicht wieder aufgebaut.


  • 24.4.1944 (vor 82 Jahren)

    München-Haidhausen * In der Nacht vom 24. zum 25. April wird die Villa Stuck durch weitere Bombentreffer stark beschädigt. 


  • 24.4.1944 (vor 82 Jahren)

    München-Lehel * Fliegerangriffe der alliierten Streitkräfte bringen die ersten Bomben über dem Lehel zum Abwurf. In der Nacht vom 24. zum 25. April 1944 wird der Turm und das linke Seitenschiff der neuen Anna-Pfarrkirche beschädigt, Chor und Mittelschiff erschüttert und dem Mauerwerk große Risse zugefügt.


  • 24.4.1945 (vor 81 Jahren)

    München * Reichsleiter Martin Bormann will, dass München ein „positives Stalingrad“ werden soll. Er schreibt an den Münchner Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Paul Giesler ein Telegramm mit dem Inhalt: „Verteidigen Sie Ihren Gau mit Rücksichtslosigkeit und Schärfe!“

    Zu diesem Zeitpunkt sitzt bereits der größte Teil der Münchner in Kellern und Ruinen oder leergeräumten Wohnungen, umgeben von fünf Millionen Kubikmetern Schutt, den der Krieg aus der „Hauptstadt der Bewegung“ gemacht hat. 

    Zumindestens darin hat der GröFaZ, der „Größte Führer aller Zeiten“, wie man Adolf Hitler noch nennt, recht, als er sagte: „Gebt mir zehn Jahre Zeit, und Ihr werdet Euere Städte nicht mehr kennen!“ Und nun sollen auch die Reste in der zerstörten Stadt noch bis zum letzten Mann verteidigt werden. 

    Der Stab um den NSDAP-Gauleiter Paul Giesler bereitete im Zentralministerium an der Ludwigstraße den „Endkampf um München“ vor. Für Gauleiter Paul Giesler war nun der Zeitpunkt gekommen, alle Isarbrücken Münchens zu sprengen. 


  • 24.4.1945 (vor 81 Jahren)

    Berlin - München * Reichsleiter Martin Bormann schreibt an den Münchner Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Paul Giesler ein Telegramm mit dem Inhalt: „Verteidigen Sie Ihren Gau mit Rücksichtslosigkeit und Schärfe!“

    Aus München sollte ein „positives Stalingrad“ werden.


  • 24.4.1953 (vor 73 Jahren)

    München * Einige Münchner Firmen, darunter C&A Brenninkmeyer und Salamander, wollen ihre Läden auch am Samstagsnachmittag nach 14:00 Uhr offen halten. Dagegen wehren sich die Gewerkschaften und rufen zu Protesten auf.


  • 24.4.1964 (vor 62 Jahren)

    Großbritannien * Die Dreharbeiten für den Beatles-Film „A Hard Day‘s Night“ sind abgeschlossen. 


  • 24.4.1992 (vor 34 Jahren)

    München * Die Münchner Abendzeitung meldet, dass 16 Prozent der erwachsenen Bundesbürger an die reale Existenz von Hexen glauben. Bayern steht mit der höchsten Zahl von Hexengläubigen an der Spitze. 


  • 24.4.2006 (vor 20 Jahren)

    Würzburg * Die Deutsche Bischofskonferenz stellt in einer Erklärung fest, dass der Austritt aus der katholischen Kirche den Tatbestand des Schismas darstellt und die Strafe der Exkommunikation nach sich zieht. 


  • 24.4.2018 (vor 8 Jahren)

    München - Freistaat Bayern * Die bayerische Staatsregierung beschließt, dass im Eingangsbereich von Dienstgebäuden künftig Kreuze - als Symbol „unserer bayerischen Identität und Lebensart“ aufgehängt werden sollen. 


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