
Trient * König Maximilian I. wird im Dom zu Trient zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gekrönt.
München * Die Beamten, Lehensvasallen und Untertanen werden von ihrem Eid gegenüber Herzog Wilhelm V. entbunden und auf Herzog Maximilian I. vereidigt.
Berg am Laim * Vertrag mit Philipp Jakob Köglsberger über den Neubau der „Michaelskirche“ in Berg am Laim.
Köglsberger löst Johann Michael Fischer als Architekt ab.
München * Kurfürst Carl Theodor gibt in München seine bevorstehende Heirat mit Maria Leopoldine von Österreich-Este bekannt.
München * Kronprinz Ludwig I. lässt ein Preisausschreiben zum Bau für ein Antikengebäude für Plastiken, der Glyptothek, sowie eine Ruhmeshalle für große Deutsche, die Walhalla, und für ein Invalidenhaus veröffentlichen. Der Einsendschluss für den Wettbewerb ist auf den 1. Januar 1815 festgelegt.
München-Kreuzviertel * Die erste „Baierische Ständeversammlung“ wird von einem gut gelaunten König Max I. Joseph im „Ständehaus“ an der heutigen Prannerstraße feierlich eröffnet.
Fürth * Ludwig Erhard, der spätere Wirtschaftsminister und Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sowie CDU-Vorsitzende, wird in Fürth geboren.
Berlin - London * Das Deutsche Reich erklärt die Gewässer rings um Großbritannien zum Kriegsgebiet.
München * Wegen der zunehmenden Rohstoffknappheit darf weder „Starkbier“ noch das beliebte „Märzenbier“ gebraut werden.
Bei Verstößen gegen das Verbot drohen Haftstrafen bis zu einem Jahr oder ersatzweise bis zu 10.000 Mark Geldstrafe.
Um das Randalieren der Soldaten auf Heimaturlaub zu unterbinden, appelliert das bayerische „Generalkommando“ an die Verwandten und Freunde der Fronturlauber, diese in Gastwirtschaften nicht mehr freizuhalten.
München * Die „Streiks“ sind beendet.
In den Fabriken wird wieder gearbeitet, doch der Anlass der „Streiks“ ist geblieben.
Die „Christlichen Gewerkschaften“ lehnen in einer Stellungnahme grundsätzlich jeden „politischen Streik“ ab.
Königreich Bayern * In den großen bayerischen „Industriestädten“ München, Nürnberg, Fürth, Schweinfurt und Ludwigshafen haben sich zusammen etwa 75.000 Beschäftigte in den Rüstungsbetrieben an den „Januarstreiks“ beteiligt.
München * König Ludwig III. ermächtigt den Kriegsminister Philipp von Hellingrath für den Fall des Generalstreiks „das Standrecht je nach Lage der Verhältnisse für Bayern rechts des Rheines oder für Teile des Königreiches öffentlich zu verkünden“.
München * Am Nachmittag wird Lorenz Winkler wegen seiner Beteiligung an den Münchner Januarstreiks verhaftet.
München-Ludwigsvorstadt * Turnusgemäß findet im Wirtshaus Zum Goldenen Anker die USPD-Gesprächsrunde statt.
Alfred Gärtner hat kommissarisch den Vorsitz übernommen.
Die Stimmung ist sehr gedrückt.
München-Au * Kurt Eisner beschreibt beschreibt die Situation der Januar-Streiks in seinem Gefängnis-Tagebuch:
„Wir hatten nicht nur die Militärdiktatur gegen uns, sondern auch die Regierungssozialisten, die die gesamte politische und gewerkschaftliche Organisation fest in Händen hielten, eine Camorra, die vor keinem Mittel zurückschreckten, um sich selbst in ihrer verworfenen Stellung zu behaupten.
Wir waren nur ein kleines Häuflein, ohne die Autorität von Ämtern und Würden, ohne Geld, ohne Presse, ohne die Möglichkeit schriftlicher Propaganda“.
Berlin * Das Außerordentliche Kriegsgericht in Berlin verurteilt Wilhelm Dittmann wegen seiner Beteiligung am Berliner Munitionsarbeiterstreik und des versuchten Landesverrats zu fünf Jahren Festungshaft.
Bern * Ministerpräsident Kurt Eisner rechnet auf der Konferenz der Sozialistischen Internationale in Bern mit den Sozialdemokraten ab, nachdem der Vertreter der MSPD, Otto Wels, eine wehleidige Rede hält, in der er die Haltung seiner Partei vor und während des Krieges den Vertretern des sozialistischen Europas darlegen will.
Im Gegensatz zu Welsch bekennt sich Kurt Eisner ausdrücklich zur deutschen Schuld. Er erhält dafür am Kongress einen rauschenden Beifall, wird dafür aber in Deutschland bitter kritisiert.
Annette Kolb, die als Journalistin in Bern dabei ist, vermerkt: „Was nun verlautete, war ein Plädoyer für Deutschland, wie es niemals ergreifender formuliert wurde. Seine kalte Stimme beibehaltend, enthüllte er die ganze Tragik des unglücklichen Landes. ‚Die Stimme derer, welche im Kampf um die Ideen einer besseren Welt namenlos in den Kerkern verblichen‘, rief er schneidend den fremden Delegierten zu, ‚drangen nicht bis zu euch! Stumm verbluteten sie‘. Und im Namen jener neuen und besseren Welt verlangte er die Freigabe der zurückgehaltenen Kriegsgefangenen.
Man hielt den Atem an. Denn vor uns stand ein Entronnener aus eben jener Schar stummer Blutzeugen für die Idee der Gewaltlosigkeit, der Wahrheit und der Menschenliebe. Dies war ihr Los wie vor 2.000 Jahren. In Eisner hatte der Kongress wohl seine eindrücklichste Figur“.
Berlin * Die Rücktrittsabsichten der Kommission zur Erarbeitung eines Sozialisierungskonzepts kommt der Regierung ungelegen, weshalb umgehend Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Kommission eingeleitet werden.
Berlin * Die SPD-Fraktion diskutiert über eine mögliche Regierungsbeteiligung der USPD.
Man beschließt eine Anfrage, ob die Unabhängigen „auf der Grundlage des Bekenntnisses zur parlamentarischen Demokratie, d.h. zu einer Staatsform, die in jeder Beziehung durch den Willen der Mehrheit des Volkes bestimmt wird, mithin unter Ausschaltung jeder Putschtaktik“ in die „Regierungsmehrheit“ eintreten will.
Das Amt des Reichspräsidenten will Friedrich Ebert übernehmen, Philipp Scheidemann soll Reichskanzler werden.
Bremen * In Bremen, das sich am 10. Januar 1919 zur Selbstständigen Sozialistischen Republik erklärt hat, rücken Freikorps ein.
Damit beginnt der Einsatz der meist aus rechtsextremen Offizieren und Mannschaften bestehenden Freikorps zur Niederschlagung von Unruhen und Streiks.
Berlin * Die Nationalversammlung verabschiedet das Betriebsrätegesetz.
Die Mitwirkungsrechte der Betriebsräte sind auf soziale Belange beschränkt.
München • Die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz [= Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen] liegt in München bei 48,0. Sie liegt damit wieder auf dem Stand vom 12. Oktober 2020. Das sind 10 Tage bis wann der landesweite Lockdown begrenzt ist. Lockerungen wird es laut Oberbürgermeister Dieter Reiter deshalb nicht geben.
Der bayernweite Corona-Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 83,1, in Deutschland bei 80,7.