Am 29. April geschah

  • 29.4.1273 (vor 753 Jahren)

    München * Papst Gregor X. bestätigt die Gründung

    • der Frauen-Pfarrei gleichzeitig mit
    • Münchens dritter Pfarrei, der Heiliggeist-Pfarrei, die allerdings nur das Heilig-Geist-Spital umfasst.

  • 29.4.1315 (vor 711 Jahren)

    München * Die vier baierischen Herzöge [König Ludwig IV. der Baier und die Herzöge Rudolf, Heinrich und Otto] treffen sich in München zu einer Unterredung. 


  • 29.4.1415 (vor 611 Jahren)

    Heidelberg * König Sigismund lässt Papst Johannes XXIII. gefangen nehmen und im Heidelberger Schloss inhaftieren. 


  • 29.4.1663 (vor 363 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Neun Monate nach der Geburt des Kurprinzen Max Emanuel wird durch durch das Kurfürstenpaar der Grundstein für die Theatinerkirche gelegt. Gegenüber der Residenz soll „die schönste und wertvollste Kirche wie keine andere in der Stadt” entstehen, mit einer eigenen Fürstengruft als Grablege für die Wittelsbacher.


  • 29.4.1670 (vor 356 Jahren)

    München - Rom • Da sich in dem nur zwei Jahre dauernden Pontifikat des Papstes Clemens IX. in der Frage der Heiligsprechung des Theatinerorden-Gründers Kajetan von Thiene noch kein Ergebnis vorliegt, richtet das baierische Kurfürstenhaus erneut ein entsprechendes Gesuch an Papst Clemens X.. 


  • 29.4.1706 (vor 320 Jahren)

    Wien * Das Ächtungsverfahren gegen Kurfürst Max Emanuel ist abgeschlossen. Kaiser Joseph I. verhängt in einer eindrucksvollen Zeremonie die Reichsacht wegen „Fried-Bruchs und Majestät-Verletzung“ über den baierischen Kurfürsten und erklärt ihn seiner Ämter enthoben. Damit ist er vogelfrei.

    Sein Rang und seine Kurfürstenwürde werden zusammen mit dem Besitz der Oberpfalz dem Kurfürsten der Pfalz zuerkannt.


  • 29.4.1775 (vor 251 Jahren)

    Au * Der Kotterhof in Niedergiesing (= heute: Nockherberg) geht ebenfalls an Marquart Graf von Kreuth und wird zum Adelssitz Marquartskreith erhoben.


  • 29.4.1780 (vor 246 Jahren)

    Au * Der k.k. Oberleutnant Clement Graf von Drouin erwirbt den Edelsitz „Marquartskreuth“ mit der niederen Gerichtsbarkeit von Marquardt Graf von Kreuth und dessen Sohn um den Preis von 1.800 Gulden. 


  • 29.4.1791 (vor 235 Jahren)

    München-Lehel * Das Rumford-Haus im Englischen Garten, errichtet nach den Plänen des Baumeisters Johann Baptist Lechner, ist fertiggestellt. Im Hauptschloss befindet sich ein großer Speisesaal, denn das Bauwerk dient während der Militärübungen im Nordteil des Englischen Gartens als Offiziers-Casino.  

    Dieser Militärsaal erhält später den Namen Rumfordsaal. 


  • 29.4.1803 (vor 223 Jahren)

    Salzburg * Großherzog Ferdinand III. von Toskana hält feierlichen Einzug in die Stadt Salzburg und wählt Schloss Mirabell zu seiner Residenz. 


  • 29.4.1809 (vor 217 Jahren)

    Salzburg * Französische und baierische Truppen unter Marschall François Joseph Lefébvre besetzen Salzburg, die Stadt und das Land. Es folgen weitere Kämpfe, in deren Folge die Verbündeten das Salzburger Gebirgsland drei Mal erobern müssen. 


  • 29.4.1832 (vor 194 Jahren)

    Hambach * Der Festausschuss für das Volksfest auf dem Hambacher Schloss veröffentlicht Zeitungsartikel und Flugblätter für das Hambacher Fest am 27. Mai 1832.


  • 29.4.1868 (vor 158 Jahren)

    München * Prinz Otto wird durch seinen Bruder König Ludwig II. in den Ritterorden vom Heiligen Georg, dem Hausorden der Wittelsbacher, aufgenommen. 


  • 29.4.1869 (vor 157 Jahren)

    München * Meter und Kilogramm werden als einheitliche Maße eingeführt. 


  • 29.4.1903 (vor 123 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Die Familie des Joseph Schülein bezieht eine Wohnung in der Richard-Wagner-Straße 18. 


  • 29.4.1911 (vor 115 Jahren)

    München-Graggenau * Im Café Perzl am Marienplatz [heute: Kaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck] wird ein Ehrenabend anlässlich des 20. Bühnenjubiläums von Constantin Pfrang, genannt „Stanzl“, durchgeführt.

    Unter Nummer 6 tritt Karl Valentin als „Karikatur“ auf. Er ist der einzige Künstler, bei dem während seines Auftritts nicht serviert wird. 


  • 29.4.1918 (vor 108 Jahren)

    Spa - Nordfrankreich * Generalquartiermeister Erich Ludendorff lässt auch die am 9. April 1918 begonnene „Operation Georgette“, die auch als Vierte Flandernschlacht bezeichnet wird, abbrechen.

    Die Verluste betragen - einschließlich der Gefangenen - auf deutscher Seite  109.300 Mann, bei den Briten 76.300 und bei den Franzosen 35.000 Mann. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Mitglieder der Roten Armee bringen den beim Attentat schwerverletzten Kurt-Eisner-Mörder Anton Graf Arco auf Valley aus der Chirurgischen Klinik als Geisel in die Haidhauser Kirchenschule


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Professor Ferdinand Sauerbruch, der behandelnde Arzt des Kurt-Eisner-Mörders Anton Graf Arco auf Valley, wird ebenfalls in der Haidhauser Kirchenschule, dem Hauptquartier der Roten Armee, gebracht. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Oberkommandierende der Roten Armee, Rudolf Egelhofer, stellt in der Sitzung der Stadtkommandantur den Antrag, die „Angehörigen der Bourgeoisie“ auf der Theresienwiese zusammenzutreiben und beim Einmarsch der Weißen Truppen zu erschießen. 

    Der Antrag wird mit 7 zu 6 Stimmen abgelehnt. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In Plakatanschlägen wird das in der Stadt umlaufende Gerücht dementiert, wonach Max Levien mit der Kasse der Kriegsgeschädigten durchgebrannt wäre. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Der Vollzugsrat der Betriebs- und Soldatenräte fordert die Arbeiter auf, am nächsten Tag bewaffnet in ihren Betrieben zu erscheinen.


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * Die letzte Ausgabe der „Mitteilungen des Vollzugsrats der Betriebs- und Soldatenräte“ (Nummer 15) erscheint. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München * In München wird ein gemeinsam von der Militärführung und der Regierung Hoffmann unterzeichnetes Kommuniqué veröffentlicht, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wird:

    „Wer den Regierungstruppen mit der Waffe in der Hand entgegentritt, wird mit dem Tode bestraft. […] Jeder Angehörige der Roten Armee wird als Feind des bayerischen Volkes und des Deutschen Reiches behandelt“


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München - Schleißheim - Starnberg * Rudolf Egelhofer, der Oberkommandierende der Roten Armee, ruft den sofortigen Generalstreik aus. Denn:

    • in Schleißheim stehen schon die „Söldner des Kapitalismus“,  
    • in Starnberg haben die „weißgardistischen Hunde die Sanitätsmannschaften niedergemetzelt“, deshalb
    • „Alle Mann zu den Waffen! Zeigt der weißen Garde, wie die Rote Armee zu siegen versteht!“

  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Gegen 15 Uhr tauchen schwerbewaffnete Soldaten der Roten Armee in der Nuntiatur in der Brienner Straße auf und fordern - unter persönlicher Bedrohung des Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., - die Herausgabe seines Dienstautos.

    Eine Beschwerde beim Kriegsministerium verstärkt nur die Forderung: „Wenn das Auto nicht sofort abgeliefert wird, dann wird die Nuntiatur zusammengeschossen und die ganze Bande verhaftet!“ 

    Die Eindringlinge ziehen erst ab, nachdem die Stadtkommandantur eingreift.


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Maxvorstadt * Nuntius Eugenio Pacelli flieht umgehend in die Schweiz. Er wird erst am 8. August 1919 wieder nach München zurückkehren.


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Giesing * Die Giesinger „Rote Garde. Abteilung: Bergbräu“ umfasst exakt 232 Mann. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Im Polizeipräsidium gehen die Plünderungen und Verwüstungen weiter. 

    Die Aktenvernichtung im Polizeipräsidium wird von den konservativen und reaktionären Kräften als ein „besonderer Fall von Vandalismus“ bezeichnet und entsprechend politisch bewertet.

    Der von der Berliner KPD nach München geschickte Karl Retzlaw hat eine völlig andere Sicht auf die Vorgänge: „Doch sprachen wir es auch offen aus, dass es nicht Sache eines Revolutionärs sei, sich dem Henker auszuliefern. Zu den Schutzmaßnahmen gehörte es auch, die Akten des Polizeipräsidiums zu vernichten. Das Prüfen der Akten würde eine Zeit von Monaten in Anspruch genommen haben, auch das Heraussuchen nur der politischen Akten würde zu lange dauern. Bedenken brauchten nicht zu bestehen, weil kulturell wertvolle Dokumente nicht in Polizeiakten zu finden sind. So war es am zweckmäßigsten, alles zu vernichten.

    Menschenleben sind wichtiger als bedrucktes Papier. Zwei Tage lang brannten die Akten auf dem zementierten Hof des Polizeipräsidiums. Wohl an die hundert Helfer aus der Bevölkerung, der Partei und der Roten Armee warfen die Akten aus den Fenstern in die Flammen. Damit retteten wir Hunderten von politisch und antimilitärisch Verdächtigten aus der Zeit der Zusammenbruchsmonate 1918/19 Freiheit und Leben“


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    München-Haidhausen * Der Malerfürst Franz von Stuck wird - nach eigenen Aussagen - „Nachts um zwei Uhr“ von „zwei Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr nach einem Schulgefängnis in Haidhausen“ gebracht. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Oberschleißheim * Die Rote Armee nimmt in Oberschleißheim zwei Regierungssoldaten des Berliner 8. Husarenregiments fest. Sie werden in das Luitpold-Gymnasium in der Müllerstraße gebracht und dort inhaftiert. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Schleißheim * Im Jahr 1927 kommt das in insgesamt zehn Auflagen erschienene Buch „Ernstes und Heiteres aus dem Putschleben“ auf den Markt. Darin beschreibt Manfred von Killinger seine stark antisemitisch geprägten Erinnerungen als Freikorpsführer der Marine-Brigade-Ehrhardt in der Zeit der Niederschlagung der Münchner Räterepublik. Das Buch beginnt so:  

    „Von Saalfeld kommend, luden wir in Schleißheim aus. Das Vierte Regiment hatte bereits gesichert. Wir bekamen Befehle. München war umstellt. Diesmal würde es zu harten Kämpfen kommen. In München hatte die rote Brut das Heft fest in der Hand. Lewin [!] Leviné-Nissen, Mühsam usw., was waren das für Namen. Waren das Bayern? Jüdisches, internationales Gesindel, die Intellektuellen aus Schwabing.

    Es musste ja so kommen. Dem Münchener Spießer geschah es schon recht. Jahrelang hatte er das Treiben in Schwabing mit angesehen, das Treiben, das im Simplicissimus seinen Niederschlag gefunden hatte. Jahrelang hatte er behäbig lachend mit angesehen, wie Kirche und Thron von diesen Kreisen in den Dreck gezogen wurden, und das als guten Witz aufgefasst. Jetzt zeigte ihm die Bestie das wahre Gesicht“


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Starnberg * In Starnberg marschieren Regierungstruppen ein. Es folgt ein ungleicher Kampf: Die Roten verfügen über etwa 100, die Weißen über 2.000 Männer.

    Die Weißen Truppen, darunter die „Gruppe Seutter“, ein Kampfverband aus Württemberg, verhaften in Starnberg Männer, von denen sie glauben, dass sie feindliche Sparakisten wären. Sie werden eingesperrt und ein paar Stunden später auf der Bleicher-Wiese erschossen. Die 27 Spartakisten, andere Quellen sprechen sogar von 37 Kommunisten, werden ermordet, weil sie angeblich Waffen bei sich getragen haben. Diese Anschuldigungen werden mittlerweile bezweifelt.

    Auch die unbeteiligte Kunstmalerin Sophie Banzer befindet sich unter den Opfern. Sie hatte sich eine rote Bluse angezogen und wird deshalb auf ihrem Anwesen getötet. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Starnberg * An diesem Tag setzen die Regierungstruppen mit ihrer Hinrichtungsaktion in Starnberg die Gewaltspirale in Gang. Sie mündet in den Geiselmord vom Luitpold-Gymnasium und anderen Gräueltaten


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Starnberg - München-Ludwigsvorstadt * In der Nacht vom 29. zum 30. April erreichen Berichte der Hinrichtungen in Starnberg durch die Regierungssoldaten erreichen das Luitpold-Gymnasium


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Kolbermoor * In Kolbermoor regiert ein Revolutionärer Arbeiterrat. 


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Garmisch * In Garmisch und Umgebung werden Aufrufe zum Eintritt in das Freikorps Werdenfels öffentlich angeschlagen und in den Zeitungen veröffentlicht.


  • 29.4.1919 (vor 107 Jahren)

    Berlin - München * Die rechtsorientierte, alldeutsche Deutsche Zeitung, ein Blatt, das ganz bestimmt nicht in Verdacht steht, die „spartakistische Gefahr“ zu unterschätzen, druckt einen aus München herausgeschmuggelten Bericht ab, der vermittelt, dass die Räteherrschaft in München gar nicht so schlimm sei, wie befürchtet.


  • 29.4.1921 (vor 105 Jahren)

    München * Edgar Jaffé stirbt in München. 


  • 29.4.1933 (vor 93 Jahren)

    München-Kreuzviertel * Im Bayerischen Landtag wird das Ermächtigungsgesetz verabschiedet. Lediglich die 16 anwesenden SPD-Abgeordneten stimmen gegen die vollständige Machtergreifung Hitlers. Damit wird die bayerische Parlaments-Tradition mit einem Federstrich beendet. 


  • 29.4.1945 (vor 81 Jahren)

    Dachau * Am späten Nachmittag befreien die 45. und 42. Infanterie-Division der US-Armee rund 32.000 Insassen aus 31 Nationen aus den überfüllten Baracken des Konzentrationslagers Dachau. 


  • 29.4.1945 (vor 81 Jahren)

    München *  Nur wenige Stunden bevor die amerikanischen Soldaten München besetzen würden - soll ein Sprengkommando der Wehrmacht die Ludwigsbrücke zerstören. Ihre Erhaltung verdanken wir den Überredungskünsten des Kommissars der Landpolizei, Jakob Eder. 

    • Ungehorsame Zivilisten retteten durch ihren Einsatz die Großhesseloher- und Bogenhausener Brücke. 
    • Die Grünwalder Brücke, diejenige bei Oberföhring und die strategisch völlig unbedeutende zum Bosch-Werk in Sendling fliegen aber doch noch in die Luft. 

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