Der Zentralrat entscheidet für die Ausrufung der Räterepublik Baiern
<p><em><strong>München-Maxvorstadt</strong></em> * In der Nacht vom 6. zum 7. April sprechen sich im ehemaligen Schlafzimmer der Königin im Wittelsbacher Palais neben der SPD auch die USPD, die Mitglieder des Zentralrats und der Revolutionäre Arbeiterrat für eine Räterepublik Baiern aus, obwohl die KPD dieses Vorhaben ablehnt. Man glaubt dennoch, dass die Bevölkerung und die Armee geschlossen hinter diesem Systemwechsel steht.</p>
<p>Ernst Niekisch führt den Vorsitz der Zusammenkunft. Er geht irrtümlich davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt keine rechtmäßige bayerische Regierung mehr existiert, da ihm mit Ausnahme von Hoffmann und Endres die Rücktrittserklärungen sämtlicher Minister vorliegen.</p>
<p>Die Angaben über die Zahl der Anwesenden schwankt zwischen 70 und 150. Gustav Landauer stellt den Antrag, dass die Tagung zur konstituierenden Versammlung erklärt wird. Er hat einen Aufruf <em>„An das Volk in Baiern“</em> vorbereitet, der die Gründung der Räterepublik ankündigt. Der Entwurf wird nach kurzer Beratung von den Anwesenden akzeptiert. Damit kann er am nächsten Morgen in den Zeitungen erscheinen. </p>
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Personen: Niekisch Ernst Zentralratsvorsitzender, Landauer Gustav Schriftsteller
Suchbegriffe: Zentralrat, Räterepublik, KPD, Armee, Systemwechsel, Wittelsbacher Palais, SPD, USPD, Revolutionärer Arbeiterrat, Bevölkerung, Armee,
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