München * Scheinbar hat nun auch die Bayerische Staatsregierung ihren Frieden mit Kurt Eisner gemacht. In einem Schreiben des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst heißt es:
„Die Rolle Kurt Eisners bei
- der Beendigung des Ersten Weltkrieges,
- beim Ende der Monarchie und
- der Einführung einer demokratischen Verfasstheit in Bayern,
- beim Bemühen, den künftigen deutschen republikanischen Bundesstaat föderal auszugestalten und
- bei der Bereitschaft, auch die (Mit)Verantwortlichkeit des Deutschen Reiches beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Grundlage für eine neue Friedensordnung in Europa anzuerkennen,
werden von der Bayerischen Staatsregierung außerordentlich positiv bewertet.
Hinzu kommt die Tatsache,
- dass Eisner als Intellektueller (vor allem orientiert an Immanuel Kant),
- mit seinem jüdischen (familiären) Hintergrund und
- als Pazifist (zumal als Zeitgenosse der Blutbäder des Ersten Weltkrieges) wie
- durch seine Ermordung als amtierender Bayerischer Ministerpräsident am 21. Februar 1919
- zu einer Symbolgestalt für aufgeklärt-demokratische Kräfte gegenüber den chauvinistisch-antisemitischen wurde, in deren späterer Konsequenz auch die Barbarei des NS-Regimes in Bayern und Deutschland steht“.
Das Ministerium stellt darin in Aussicht, Kurt Eisner bei den zentralen bayerischen Jubiläumsfeierlichkeiten des Jahres 2018 („100 Jahre Freistaat Bayern“) entsprechend zu würdigen.
Vielleicht bekommt er dann auch ein Bild in der Bayerischen Staatskanzlei.
