Fakten - 7. April 1919

Brüderliche Grüße nach Moskau

<p><em><strong>München</strong></em> * Der Volksbeauftragte für Äußeres, Dr. Franz Lipp, ein Stuttgarter Schriftsteller und Journalist, informiert die Regierungen von der Gründung der Räterepublik Baiern und übermittelt <em>„brüderliche Grüße“</em> nach Moskau.&nbsp;Die lesenswerte Depesche lautet:</p> <ul> <li><em>„Proletariat Oberbayerns glücklich vereint. Sozialisten plus Unabhängige plus Kommunisten fest als Hammer zusammen geschlossen, mit Bauernbund einig. Klerikal uns wohlgesinnt. Liberales Bürgertum als Preußens Agent völlig entwaffnet. </em></li> <li><em><em>Bamberg Sitz des Flüchtlings Hoffmann, der aus meinem Ministerium den Abtrittschlüssel mitgenommen hat.&nbsp;</em><em>Die preußische Politik, deren Handlanger Hoffmann ist, geht dahin, uns von Norden, Berlin, Leipzig, Nürnberg abschneiden, auch von Frankfurt und vom Essener Kohlengebiet und uns gleichzeitig bei der Entente als Bluthunde und Plünderer zu verdächtigen, dabei triefen die haarigen Gorillahände Gustav Noskes von Blut.&nbsp;</em></em></li> <li><em><em><em>Wir erhalten Kohle und wir erhalten Lebensmittel in reichlichen Mengen aus der Schweiz und aus Italien. Wir wollen den Frieden für immer. Immanuel Kant: Ewigen Frieden 1795 Thesen 2 bis 5. Preußen will den Waffenstillstand zur Vorbereitung des Rachekrieges.“&nbsp;</em></em></em></li> </ul>

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Personen: Lipp Franz Dr. Volksbeauftragter, Hoffmann Johannes Ministerpräsident, Kant Immanuel, Noske Gustav Reichswehrminister

Suchbegriffe: Räterepublik, Moskau, SPD, USPD, KPD, Bauernbund,

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