Außenminister Dr. Franz Lipp unterschreibt seinen Rücktritt
<p><em><strong>München</strong></em> * Das Telegraphenamt leitet Dr. Franz Lipps Telegramme vom 7. und 8. April zwar weiter, doch die Kontrollbeamten informieren den Revolutionären Zentralrat vom Inhalt der Schreiben.</p>
<p>Die von Ernst Toller umgehend eingeleiteten Nachforschungen ergeben, dass sich Lipp schon mehrmals in psychiatrischer Behandlung befunden hatte. Toller schreibt: <em>„Zweifellos, Lipp ist wahnsinnig geworden. Wir beschließen, ihn sofort in eine Heilanstalt zu überführen. Um Aufsehen in der Öffentlichkeit zu vermeiden, muss er freiwillig seinen Rücktritt erklären.“</em></p>
<p>Dr. Lipp wird seinen Rücktritt mit den Worten: <em>„Was tue ich nicht für die Revolution“</em> unterschreiben. Damit ist die Fehlbesetzung mit dem psychisch kranken <em>Außenminister</em>, der den Anforderungen an sein Amt nicht gewachsen ist, schnell erledigt worden. Dennoch wird sich der Fehlgriff bei der Besetzung des Postens als schwerer Schlag für das Ansehen der Räterepublik erweisen. </p>
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Personen: Lipp Franz Dr. Volksbeauftragter, Toller Ernst Zentralratsvorsitzender
Suchbegriffe: Telegraphenamt, Kontrollbeamte, Psychiatrie, Revolutionärer Zentralrat, Zentralrat, Revolution, Räterepublik
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