Wir leben von der Hand in den Mund
<p><em><strong>München-Haidhausen</strong></em> * Josef Hofmiller schreibt seine Gedanken in seinem Tagebuch nieder: <em>„Heute um 3 Uhr große Proletarierversammlung vor dem Wittelsbacher Palais. Von da soll vermutlich die Parole zum Plündern ausgegeben werden. </em></p>
<p><em>Ich fürchte, wir gehen einer verdammt interessanten Zeit entgegen. </em><em>Wenn wir heute in einem Jahr noch leben, können wir erzählen, dass wir etwas mitgemacht haben, das nicht alltäglich ist. Aber ich fürchte, es handelt sich nicht um heute in einem Jahr, sondern heute in einem Monat, heute in vierzehn Tagen. Wir leben derart von der Hand in den Mund, dass sich die Sache bald entscheiden muss. Entweder es kommen Truppen von auswärts oder wir verhungern.“ </em></p>
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Personen: Hofmiller Josef Schriftsteller
Suchbegriffe: Räterepublik, Zweite Räterepublik, Kommunistische Räterepublik, Proletarierversammlung, Wittelsbacher Palais, Plündern, Hunger
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