Fakten - 1. April 1918

Sarah Sonja Lerch wird beerdigt

<p><em><strong>München</strong></em> * Dr. phil. Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, eine der Anführerinnen der Januarstreiks, wird am Ostermontag auf dem Neuen Israelitischen Friedhof an der Garchinger Straße beerdigt.&nbsp;Ein Vertreter der USPD legt einen Kranz am Grab ab und erklärt, dass die Polizei einen Nachruf verboten hat.&nbsp;Josef Sontheimer ergreift daraufhin das Wort, wird aber sofort verhaftet und mit Handschellen gefesselt abgeführt.</p> <p>Frau Lerch war gemeinsam mit Kurt Eisner, Albert Winkler, Hans Unterleitner, Emilie und Babette Landauer und anderen wegen Landesverrats verhaftet worden.&nbsp;Die 35-jährige Sarah Sonja Lerch hat sich am 29. März 1918 im Gefängnis Stadelheim erhängt.&nbsp;Sie wird nicht die letzte Sozialdemokratin sein, die im Freitod die Erlösung aus offenbar nicht zu verändernden Verhältnissen sucht.&nbsp;</p>

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Personen: Lerch Sarah Sonja, Eisner Kurt Journalist, Winkler Albert, Unterleitner Hans, Landauer Babette, Landauer Emilie, Sontheimer Josef

Suchbegriffe: Gefängnis Stadelheim, Stadelheim, Januarstreik, Selbstmord, Freitod, Neuer Israelitischer Friedhof, Garchinger Straße, USPD

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