Fakten - 19. Februar 1919

Gegen 16 Uhr beginnt der sogenannte Lotter-Putsch

<p><em><strong>München</strong></em> * Gegen 16 Uhr beginnt in München der sogenannte Lotter-Putsch, an dem sich rund 600 bewaffnete, überwiegend bayerische Soldaten beteiligen, die am 15. Februar aus Wilhelmshaven kommend hier eingetroffen sind. Die Putschisten&nbsp;unter Führung des Obermatrosen&nbsp;Conrad Lotter schlagen gleichzeitig an drei Stellen zu:</p> <ul> <li>Sie besetzen das Telegraphenamt&nbsp;am Hauptbahnhof,</li> <li>verhaften zur gleichen Zeit den Stadtkommandanten&nbsp;Oskar Dürr und den Polizeipräsidenten&nbsp;Josef Staimer in ihren Dienststellen und</li> <li>wollen in das vom Rätekongress&nbsp;besetzte Landtagsgebäude in der Prannerstraße eindringen.</li> <li>Außerdem wollen sie Kurt Eisner festnehmen und in die Tschechoslowakei abschieben.</li> </ul> <p>Während die putschenden Matrosen die beiden ersten Aktionen erfolgreich durchführen können, werden sie im Landtag von der Landtagswache&nbsp;mit Maschinengewehrfeuer vertrieben.&nbsp;Die Festnahme von Kurt Eisner verhindert der Landessoldatenrat&nbsp;Richard Scheid. Die Münchner Bevölkerung hält die Putschisten&nbsp;fälschlich für preußische Spartakisten. Es kommt am Bahnhofsplatz zu einer kurzen Schießerei, bei dem der Straßenbahnfahrer Franz Stangl durch einen Kopfschuss ums Leben kommt.</p> <p>Gegen 17:30 Uhr ziehen sich die putschenden Matrosen zurück.&nbsp;Conrad Lotter wird verhaftet.&nbsp;</p>

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Straße: 0

Stadtteil: 0

Personen: Eisner Kurt, Lotter Conrad, Dürr Oskar, Staimer Josef, Scheid Richard, Stangl Franz

Suchbegriffe: Lotter-Putsch, Wilhelmshaven, Telegraphenamt, Hauptbahnhof, Landtag, Rätekongress, Landtagswache, Spartakiaden, Putschisten,

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