Fakten - 18. April 1928

Das Reichsgericht in Leipzig beendet den Plagiats-Rechtsstreit

<p><strong><em>Leipzig</em></strong> * Das Reichsgericht&nbsp;in Leipzig beendet einen Rechtsstreit in letzter Instanz, in dem es um Plagiatsvorwürfe gegen Karl Valentin geht.&nbsp;Der Prozess dauert bereits eineinhalb Jahre und ist vom Berliner Theaterdirektor vom <em>„Admiralspalast“</em>, Hermann Haller, mit außergewöhnlicher Heftigkeit&nbsp;durch drei Instanzen durchgepeitscht worden.&nbsp;Vom Landgericht München I&nbsp;über das Oberlandesgericht München&nbsp;bis hinauf zum Reichsgericht&nbsp;in Leipzig.</p> <p>Hermann Haller hat den Direktor des Deutschen Theaters&nbsp;in München, Hans Gruß, verklagt, weil er das Valentin-Bühnenstück „Im Senderaum“ aufführte und verlangt dafür Schadensersatz. Der Kläger behauptet, dass Karl Valentin sein Bühnenstück <em>„Im Senderaum“</em> aus dem Sketch <em>„Hinter den Kulissen des Rundfunks“</em> von Roland Jeans aus Hermann Hellers Revue <em>„An und Aus“</em> geklaut hätte.</p> <p>Das höchste deutsche Gericht kommt jedoch zur Auffassung, dass sich Valentins Werk grundlegend vom Sketch von Roland Jeans unterscheidet und es sich dabei um zwei völlig eigenständige Arbeiten handelt.&nbsp;Der Plagiatsvorwurf gegenüber Karl Valentin und alle sonstigen Beschuldigungen werden vom Gericht als völlig haltlos zurückgewiesen.</p> <p>In der Urteilsbegründung heißt es: Der Vergleich der beiden Stücke <em>„beweise auf das bündigste, dass Karl Valentin nicht das vorbestehende Bühnenstück von Roland Jeans nachgeschrieben, sondern etwas völlig anderes eigenschöpferisch neu geschaffen habe“</em>.</p> <p>Damit stellt das Reichsgericht&nbsp;auch fest, dass Valentin gar nicht in der Lage ist, <em>„etwas Vorgegebenes nachzumachen, gar nachzuschreiben oder auch nur nachzuspielen“</em>.&nbsp;</p>

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Stadtteil: 0

Personen: Valentin Karl, Haller Hermann, Gruß Hans, Jeans Roland

Suchbegriffe: Urheberrecht, Plagiat, Bühnenstück: Im Senderaum, Admiralspalast Berlin, Berlin, Haller-Revue, Landgericht München I, Oberlandesgericht München, Reichsgericht, Leipzig, Deutsches Theater

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