Stadtteilspaziergänge

Fakten - Hackenviertel

1271

24. November 1271

München * Auf Bitten der Bürgerschaft Münchens teilt Bischof Konrad II. die Peterspfarrei. Der Grund: Weil 

  • „durch die Gnade Gottes so ins Unermessliche gewachsen ist, dass sie ohne Gefahr für das Heil der Seelen von einem einzigen Hirten nur noch schwer geleistet werden kann,
  • da überdies der Friedhof der Kirche in seiner beengten Lage auch nicht mehr ausreicht für die Gräber der Toten“.

1302

5. Januar 1302

München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Das Neuhauser Tor wird erstmals in einer Urkunde genannt. 


1316

26. März 1316

München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Die Kaufingerstraße [= „Kaufringergazz“] wird erstmals genannt. 


1327

13. Februar 1327<p><strong><em>München-Angerviertel</em></strong> * Beim <em>„ersten Hahnenschrei“</em> bricht im Angerkloster&nbsp;ein Feuer aus, das zum verheerendsten Stadtbrand&nbsp;der Geschichte Münchens wird.&nbsp;Fast ein Drittel der Stadt wird ein Opfer der Flammen.&nbsp;Dreißig&nbsp;Menschen sterben bei dem Großfeuer.&nbsp;</p>

1342

8. Mai 1342

München * Kaiser Ludwig IV. der Baier erteilt der Stadt in einem 2. Gunstbrief die volle Zuständigkeit und Entscheidungsgewalt in allen Bauangelegenheiten. Bisher besaß die Kommune dieses Recht nur für den Marktplatz [siehe 4. Mai 1315].

Kaiser Ludwig vereinbart mit der Stadt - zur Verhütung von Bränden - das Verbot der feuergefährlichen Stroh- und Schindeldächer. Neu erbaute Häuser und Stadel sollen künftig mit Ziegeln gedeckt und - wenn der Bauherr das erforderliche Vermögen besitzt - auch die Wände aus Stein gemauert werden. Schmieden, die nicht aus Mauerwerk bestehen, werden abgerissen.

Durch strenge Strafbestimmungen soll der Ausbruch von Bränden verhütet werden. Feuergefährliche Betriebe müssen vor die Stadtmauern. 


1363

21. Januar 1363

München * Erstmals werden die Stadtviertel Münchens in lateinischer Sprache benannt.
Es sind dies

  • das quarta fori pecorum, das Viertel des Rindermarktes,
  • dann das quarta secunda ad gradus superioris institarum, das Zweite Viertel zu den oberen Kramen,
  • weiter das quarta tercia apud fratres heremitanos, das Dritte Viertel bei den [Augustiner-] Eremiten,
  • und zuletzt das quarta ultima apud Chunradum Wilbrechtum, das Letzte Viertel beim Konrad Wilbrecht.

Das Tal schließt sich als eigener Bereich an, der jedoch nicht als Viertel bezeichnet wird. 


1418

22. April 1418

München * Ein verheerendes Großfeuer zerstört weite Teil der Stadt.


1429

24. April 1429

München * Ein Brand legt große Teile der Stadt in Schutt und Asche.


1433

29. Mai 1433

München-Angerviertel * Die Herzogbrüder Ernst und Wilhelm III. erlassen - auf Bitte des Rats der Stadt - eine ausführliche Verordnung über das „Spielen“ und den Bau eines Frauenhauses (Stadtbordell), „daz dadurch vil ybels an frawen und jugkfrawen understannden [verhindert] werde“. Die Stadt erwirbt dafür vom Heiliggeist-Spital ein Anwesen an der Mühlgasse am Anger.


1475

7. April 1475

München * Nachdem den Bürgern die Anzahl der Schweine und die damit verbundene Verunreinigungs- und Geruchsbelästigung zu hoch geworden ist, verbietet der Rat der Stadt die Schweinehaltung in der Innenstadt ganz und schränkt sie in der äußeren Stadt auf sechs Stück je Schweinehalter ein. 


1492

1492

München * Andrea de Franceschi, der spätere „Großkanzler von Venedig“, beschreibt München als eine vornehme Stadt, „citta noblissima“, mit prächtigen, mit Kieslsteinen gepflasterten Straßen und mit breiten Plätzen, in deren Mitte sich Brunnen befinden.


1497

8. Mai 1497

München * Eine Schlichtungsvereinbarung zwischen den Meistern und Gesellen des Messerschmiedehandwerks regelt in dreißig Artikeln das Verhalten der Messerschmiedegesellen. Der Inhalt spannt sich von Bekleidungsvorschriften über Essens- und Trinkgebahren oder so detailierte Vorschriften, wonach kein Geselle Semmeln in Wein tränken und danach essen soll.

Dazu gibt es auch das Verbot, mit einer „gemeinen Frau“, gemeint ist eine Prostituierte, zu tanzen. Die Ordnung schließt mit dem berühmten Artikel 30, in dem es heißt: „Es sol auch kain gesell täglich in dem frawnhauß ligen.“


1530

1530

München * Die „Reichspolizeiordnung“ verbietet jeden „Beischlaf außerhalb der Ehe“.


1533

Im Jahr 1533

München * Man lässt mehrere „liederliche, öffentliche Unzucht treibende Weibspersonen“ an den „Pranger“ stellen, züchtigen und anschließend aus der Stadt treiben.  

Fallen diese nichtregistrierten „Lustmädchen“ in die Hände des „Frauenwirts“, so kann er sie ohne weiteres in das „Gemeine Haus“ überführen und dort solange behalten, „bis sie ihr Leben von Sünde und Schande zur Bußfertigkeit kehrten“


1536

1536

München * Die Münchner „Lustdirnen“ wenden sich an den Rat der Stadt und bezichtigen den „Frauenwirt“, eine der ihren geschlagen und gepeinigt zu haben.


1563

1563

München * Die Herzöge führen strenge Aufsicht über die „Konkubinen“ der Geistlichen.


1571

1571

München - Au * Der Herzog muss einen Streit zwischen den Münchner und den Auer „Schneidern“ schlichten.

Es endet damit, dass die Münchner ihre Schmähungen und Herabsetzungen zurücknehmen müssen.

Dafür müssen es die Auer künftig unterlassen, mit Elle und Schere „auf die Stör“ in die Stadt zu kommen. Sie dürfen nur Schneiderarbeiten annehmen, die man ihnen bringt.


1588

Dezember 1588

München-Angerviertel * Beim Einsammeln des sogenannten „Leibpfennigs“ suchen die Kapläne Graßmann und Ostler von der „Sankt-Peters-Pfarrei“ auch das „Stadtbordell“ auf und zechen mit dem Wirt und seiner „Gesellschaft“.

Als sich die „genachbarten Knappen“ vor dem Haus zusammenrotten, wagen sie sich nicht mehr aus dem „Bordell“ und verbringen die Nacht in demselben.


1612

1612

München * Herzog Maximilian I. verlangt vom Rat der Stadt, die „Konkubine“ Barbara Ferchthin an drei Sonn- oder Feiertagen hintereinander öffentlich vor die Frauenkirche zu stellen und sie danach „sechs Meilen Wegs“ von München wegzuschaffen.


1618

1618

München * München verfügt über 1.771 „bürgerliche Gerechtigkeiten“, einschließlich des „Handels“.


1619

1619

München * Der Ausbau der Stadtmauer zu einem barocken Befestigungsgürtel mit Wall und Gräben beginnt. 


1686

27. September 1686

Benediktbeuern * Cosmas Damian Asam kommt in Benediktbeuern zur Welt. 


1690

1690

Au * Die Münchner Bäcker errichten - sehr zum Ärger der Auer Bäcker - ein „Brothäusl“ auf dem innerhalb des „Münchner Burgfriedens“ gelegenen Gasteigbergs.


1691

6. April 1691<p><strong><em>Freising - München-Hackenviertel</em></strong> * Bischof Joseph Clemens stellt zur „Augenwende“ in der Herzogspitalkirche&nbsp;eine Approbationsurkunde&nbsp;aus. &nbsp;</p> <p>In dieser bestätigt er, dass dieses und andere Wunder <em>„als der Wahrheit gemäße und von der wunderthätigen Hand Gottes und seiner werthen Mutter Fürbitte herrührende Gnadenzeichen den Christgläubigen billig vorgetragen und von Jedermann sicherlich können geglaubt werden“</em>.&nbsp;</p>
8. August 1691

München-Hackenviertel - Turin * Nach einem Gottesdienst in der Herzogspitalkirche bricht Kurfürst Max Emanuel zu einem kaiserlichen Feldzug nach Savoyen auf. 


1703

31. Dezember 1703

München * Eine im Jahr 1703 von den städtischen Behörden erstellte Untersuchung über den Anteil der Kirchen und Klöster auf dem Stadtgebiet hat ergeben, dass von den 237,5 Tagwerk Grund und Boden innerhalb der Stadtumwallung Münchens 38,375 Tagwerk - oder ein Sechstel - kirchlichen Einrichtungen gehören. 


1729

19. März 1729<p><strong><em>Rom-Vatikan - München</em></strong> *&nbsp;Johannes von Nepomuk wird von Papst Benedikt XIII. <em>„heilig“</em> gesprochen und auf Wunsch des Kurfürsten Carl Albrecht zum Landespatron Baierns&nbsp;ernannt.</p>

1730

1730

München - Au * „Hofoberrichter“ Pistorini rühmt sich damit, er habe „die ganz ungescheucht in der Au sich aufhaltenden Huren“ mit öffentlichen Spott davongejagt. 


1739

10. Mai 1739

München * Cosmas Damian Asam, Maler und Architekt, stirbt in München. 


1745

1745

München-Hackenviertel * Johann Paul Reiz, der Besitzer des „Faberbräu“ in der Sendlinger Straße, wandelt seine Malztenne in einen „Komödienstadl“ um.


1746

1746<p><strong><em>München-Hackenviertel</em></strong> * Johann Paul Reiz, der Besitzer des Faberbräuhauses in der Sendlinger Straße, ließ im Hof seines Wirtshauses einen <em>„Komödienstadel“</em> für Wander-Schauspieler-Truppen einrichten. Durch die Bereitstellung der stehenden Bühne machte er die Schauspieltruppen, die mit ihren Thepsiskarren durch München zogen, seßhaft.</p> <p>Zu Beginn waren es noch Gaukler und Komödianten, der Stärke über das Niveau der <em>„Hanswurstiarden“</em> nicht hinaus ging. Humorvolles stand im Vordergrund.&nbsp;Im <em>„Komödienstadel“</em> saßen die aus dem einfachen Volk stammenden Zuschauer an langen Biertischen und Bänken. Jedermann lebte und spielte lauthals mit den Komödianten, nebenbei wurde getrunken und gegessen.</p> <p>Unter einem Thespiskarren oder Thespiswagen versteht man den Wohnwagen wandernder Schauspieler oder für eine Wanderbühne.&nbsp;Der Name stammt von Thespis, dem ersten griechischen Tragödiendichter. Dies lässt sich jedoch nicht belegen.</p>

1750

Um 1750

München * Der Rat der Stadt lässt 19 Ketten-, Zieh- und Galgenbrunnen „nach französischer Art“ umbauen.

Die neue Form der „Pumpbrunnen“ bezeichnet man als „Leyrerbrunnen“ oder „Leyrergumpter“.


1768

1768<p>München-Hackenviertel * Unter der Leitung von Theresina Kurz hielt ein gehobeneres Niveau im <em>„Komödienstadel“</em> im Faberbräuhaus Einzug, obwohl noch immer die Figur des Lipperls vorherrschte.</p>

1769

1769

München * Der Rat genehmigt dem „Münchner Zunfthandwerk“, dass sie ihre an die Person gebundene „Gerechtigkeit“ vererben oder verkaufen können. 

Das führt dazu, dass der „Erwerb einer Gerechtigkeit“ immer unerschwinglicher wird und sich vermögende Handwerker „Gerechtigkeiten“ kaufen und „ruhen“ lassen.

21. April 1769<p><strong><em>München</em></strong> * Hoftheaterintendant Graf Seeau schließt&nbsp;auf Anordnung des Kurfürsten Max III. Joseph einen Vertrag mit Theresina Kurz, der es ihr und ihrer Truppe erlaubt, viermal wöchentlich auf der Bühne des Opernhauses am Salvatorplatz aufzutreten. Der Hof lässt&nbsp;sich für die Vorstellungen sogar fünf Logen reservieren.&nbsp;</p>

1770

Mai 1770<p><strong><em>München</em></strong> * Theresina Kurz verlässt mit ihrer Schauspielertruppe München.&nbsp;</p>

1772

12. Juni 1772<p><strong><em>München</em></strong> * In einem Schreiben an Kurfürst Max III. Joseph preist Hoftheaterintendant Graf Seeau die Leistungen der inzwischen stadtbekannten Nießer‘schen Theatergruppe.&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p>

1774

5. April 1774<p><strong><em>München-Isarvorstadt</em></strong> * Kurfürst Max III. Joseph fordert den Stadtmagistrat auf, einen Standort für einen neuen Friedhof zu finden oder die Erweiterung des bestehenden <em>„Friedhofs vor dem Sendlinger Tor“</em>, des heutigen <em>„Alten südlichen Friedhofs“</em>, zu überdenken.</p> <ul> <li>Die bestehenden Friedhöfe innerhalb der Stadtmauer sollen aufgelassen, gekalkt und gepflastert werden.&nbsp;</li> <li>Auch die Grüfte&nbsp;in den Kirchen, diese <em>„stinkenden, vergifteten Vorratskeller ansteckender Luft“</em>, &nbsp;sollen aufgelassen werden.</li> </ul> <p>Sofort organisiert sich Widerstand gegen diese kurfürstlichen Maßnahmen, wobei das einfache, ärmere Volk davon weniger betroffen ist, weil sie schon seit längerer Zeit ihre Toten vor das Sendlinger Tor begleiten müssen.&nbsp;</p>

1779

1779

München - Au * Im Münchner und Auer „Bäckerstreit“ wird ein Vergleich geschlossen.

Seither dürfen die Auer jeden Mittwoch und Samstag ihr „Schwarzbrot“ am „Rindermarkt“ verkaufen.


1781

1781

München * Von 986 „Handwerksgerechtigkeiten“ ruhen insgesamt 66 - oder 6,7 Prozent.

Damit sind „Handwerksgesellen“ oder „auswärtige Handwerker“, die sich in München niederlassen wollten, gezwungen, sich unter „Hofschutz“ zu stellen, als „Pfuscher“ zu arbeiten oder sich in den Vororten niederzulassen, in denen kein „Zunftzwang“ besteht.


1782

1782

München - Au - Haidhausen - Giesing * Kurfürst Carl Theodor erlässt ein „Dekret“ gegen die allzu zahlreichen Handwerker des Münchner „Ostends“, in dem es heißt:

„Sie nehmen den bürgerlichen Handwerksleuten die Nahrung weg und verfallen doch bald dem Bettel und dem Almosen“.


1784

2. Februar 1784<p><strong><em>München-Hackenviertel</em></strong> * Im Faberbräu-Theater findet die Münchner Erstaufführung von Friedrich Schillers <em>„Die Räuber“</em> statt.&nbsp;</p>

1785

1785

München - Au * Um die Auer der polizeilichen und wirtschaftlichen Kontrolle der Stadt zu unterwerfen entsteht der Plan die Au als „Carlsvorstadt“ nach München einzugemeinden.


1788

1788<p><strong><em>München-Hackenviertel</em></strong> * Im Faberbräu-Theater findet&nbsp;die Münchner Erstaufführung von München-Premiere von Friedrich Schillers <em>„Kabale und Liebe“</em> statt.&nbsp;</p>

1789

16. Januar 1789

München - München-Isarvorstadt * Mit einer kurfürstlichen Verordnung beginnt die Aufhebung der Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern. Einziger Friedhof ist bereits seit neun Monaten der heutige Alte südliche Friedhof vor dem Sendlinger Tor. 


1854

20. Oktober 1854

München-Graggenau * Der Stadtmagistrat teilt der Öffentlichkeit mit, dass „der bisherige Schrannenplatz dahier fernerhin 'Marienplatz' genannt werden dürfe“.


1857

15. September 1857<p><strong><em>München-Kreuzviertel - Hackenviertel</em></strong> * Gegen 22:30 Uhr explodiert das rechts am Haupttorturm des Karlstores anschließende Haus des Eisenhändlers Rosenlehner. Auf dem Anwesen war Schwarzpulver gelagert, das detoniert. Bei diesem Unglück kommen fünf Menschen ums Leben, das Haus wird&nbsp;völlig zerstört und der Turm in seinen Grundfesten so stark erschüttert, dass er anschließend abgetragen werden muss.&nbsp;</p>

1866

1866

München-Hackenviertel * Joseph Wild kann die Leistung seiner Singlspielerbrauerei auf 9.000 Scheffel Malz erhöhen. Er erreicht dabei aber auch die Grenzen seiner finanziellen Leistungskraft.


1873

Ab 1873

München * Dritte „Cholera-Epidemie“ bricht in München aus.

Sie führt zur Umsetzung der von Professor Max von Pettenkofer vorgeschlagenen hygienischen Maßnahmen der Stadtsanierung:

  • den Bau der „Schwemmkanalisation“,
  • einer „zentralen Wasserversorgung“ und
  • dem zentralen „Schlacht- und Viehhof“.

Damit wird München, als eine der schmutzigsten Städte die „sauberste Stadt Europas“.


1894

10. März 1894<p><strong><em>München-Hackenviertel</em></strong> * Der Schausteller&nbsp;Carl Gabriel eröffnet gemeinsam mit dem Wachsplastiker&nbsp;Emil Eduard Hammer im ehemaligen Vogl'schen Kaufhaus&nbsp;in der Neuhauser Straße 1/Ecke Färbergraben das <em>„I. Internationale Handels-Panoptikum“</em>.&nbsp;Es ist das größte und bedeutendste Panoptikum&nbsp;Münchens und wird als <em>„ein Bedürfnis der werdenden Großstadt“</em> bezeichnet.&nbsp;</p> <p>Es gibt rund 2.000 Exponate zu betrachten, davon etwa 500 Wachsfiguren und Wachspräparate.&nbsp;Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfennig, Kinder und Soldaten zahlen die Hälfte.&nbsp;Das Panoptikum&nbsp;ist täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet.</p> <p>Als besondere Attraktion befindet sich in der dritten Etage das Anatomische Museum&nbsp;und ein Extrakabinett&nbsp;mit über 600 Exponaten.&nbsp;Das Extrakabinett&nbsp;dürfen nur Personen über 18 Jahren betreten.&nbsp;Personen beiderlei Geschlechts ist die gemeinsame Besichtigung polizeilich verboten.&nbsp;Am Dienstag und Freitag ist die Anatomische Abteilung&nbsp;ab 14 Uhr nur für Damen geöffnet.</p> <p>Im Keller befindet sich die Inquisitionsabteilung&nbsp;mit einer Sammlung von Folterwerkzeugen, deren Anwendung an lebensgroßen Wachsfiguren dargestellt werden.&nbsp;In der angeschlossenen Verbrecher-Galerie&nbsp;werden hauptsächlich zeitgenössische Massenmörder&nbsp;als Wachsimitate gezeigt.</p>

1896

11. Juli 1896

München-Hackenviertel * In der bayerischen Haupt- und Residenzstadt werden erstmals „lebende Bilder“ gezeigt. Die Aufführung findet - „unter lebhafter Anteilnahme des Münchner Publikums“ - in Carl Gabriels und Emil Eduard Hammers Panoptikum statt. Der Vorführapparat wird mit Theaterkulissen umspannt und dann „drauflos gekurbelt“. Die Vorführungen richtet Carl Gabriel nach französischem Vorbild ein.

Das ganze Programm ist circa 100 Meter lang und läuft innerhalb von einer Viertelstunde ab. Drei bis fünf kleine Filme werden gezeigt:

  • Ein heranbrausener Eisenbahnzug,
  • Eine Schlangendomteuse,
  • Ein Kettensprenger und
  • Das Aufziehen der Hauptwache.

Schon einer der ersten Filme verursacht einen Skandal. Er heißt „Endlich allein“ und zeigt ein Brautpaar am Hochzeitstag. Die Schlussszene wird umgehend zensiert.


1933

30. Januar 1933

Berlin * Der Tag der sogenannten Machtübernahme. Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er leitet eine Koalitionsregierung bestehend aus NSDAP, DNVP und Stahlhelm.

1. April 1933<p><strong><em>Berlin</em></strong> * Die NSDAP ruft zum reichsweiten <em>„Judenboykott“</em> auf.&nbsp;Über 600 jüdische Firmen in München werden boykottiert,<em> „zum Schutz der Inhaber und zur Belehrung des Publikums durch Posten gesichert und durch Plakatierung gekennzeichnet“</em>.&nbsp;Der reichsweite <em>„Boykott jüdischer Geschäfte“</em> dauert bis zum 3. April an.</p>

1945

8. Mai 1945

Deutschland * Der Tag der bedingungslosen Kapitulation oder Tag der Befreiung vom Nazi-Terror. Der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland verloren.


1949

29. Oktober 1949

München * Auf Anregung der amerikanischen Besatzungsmacht findet der „Tag der freiwilligen Mitarbeit der Bürger“ für eine konzertierte Schutträumaktion statt. Unter Leitung des Münchner Oberbürgermeisters Thomas Wimmer sollen alle Schutthaufen, die bei den behördlich organisierten Räumungsaktionen bis dahin übersehen worden waren, entfernt werden.

Rund 7.000 Münchner helfen mit. Die Freiwilligen räumen etwa 15.000 Kubikmeter Schutt weg. Das liegt jedoch hinter der Leistung, die täglich von den Profis beseitigt werden. Die Aktion geht als „Rama Dama“ (wir räumen auf) in die Geschichte ein. 


1952

8. Juli 1952

München-Kreuzviertel * Straßenarbeiter bringen in der Neuhauser Straße den ersten Zebrastreifen Deutschlands auf die Fahrbahn.


1959

3. März 1959

München * Elvis Presley, der 18 Monate lang im hessischen Friedberg als GI stationiert ist, besucht Bayern privat. Mit Vera Tschechova schaut er sich zwei Filme an, isst in den Bavaria Filmstudios, fährt zum Schifferlfahren zum Starnberger See. Am Abend besucht er zwei Wäschemodenschauen im Nachtclub Moulin Rouge in der Herzogspitalstraße. Dazwischen ist noch Zeit, um im Hof des Hotels Bayerischer Hof für Fotoaufnahmen mit Reinigungsfrauen zu posieren. 


1967

1. Januar 1967

München * Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs werden alle vier Innenstadtbezirke zum Stadtbezirk 1 - Altstadt zusammengefasst.


1972

30. Juni 1972<p><strong><em>München</em></strong> * Trotz der bis heute andauernden Argumentation gegen die Abschaffung des Autoverkehrs in der Innenstadt eröffnet&nbsp;Oberbürgermeister Hans Jochen Vogel - rechtzeitig vor dem Beginn der Olympischen Spiele - die Münchner Fußgängerzone. Tausende Gäste sind&nbsp;geladen, es gibt&nbsp;2.100 Mass Freibier und 10.000 Gratisbrezn.&nbsp;</p>

1984

16. Januar 1984

München-Angerviertel * Im Vollmar-Haus wird die bundesweit erste Regionalgruppe der Aids-Hilfe gegründet. Die Gründung des Vereins ist „eine politische Reaktion auf eine noch nicht sichtbare Bedrohung“. Die Berichterstattung in Deutschland über Aids stellt einen Angriff auf die Münchner Schwulenszene und deren Lebensstil dar.


1992

1. September 1992

München-Graggenau - München-Angervierteil - München Kreuzvierzel - München-Hackenviertel - München-Lehel * Der Stadtbezirk 1 - Altstadt wird mit dem Stadtbezirk 13 - Lehel zum neuen 1. Stadtbezirk - Altstadt-Lehel vereinigt.


2022

3. November 2022<p><strong><em>München-Kreuzviertel</em> * </strong>Die <em>„Letzte Generation“</em> setzt die Klimaproteste in München fort. Um 10:30 Uhr setzen und kleben sich 17 Aktivisten am Stachus auf die Straße und blockieren den Verkehr in beide Richtungen.&nbsp;</p> <p>Gegen 18:45 Uhr kommt es an gleicher Stelle zu einer weiteren Blockade, diesmal sind 15 Personen beteiligt. Weil sie schon am Vormittag mitgemacht haben und weitere Verkehrsstörungen ankündigen, beantragt die Polizei beim Amtsgericht erneut Gewahrsam. Der wird bei zwölf Personen für 30 Tage bis zum 2. Dezember angeordnet, die längstmögliche Dauer nach dem novellierten Bayerischen Polizeiaufgabengesetz. Zwei Aktivisten müssen am 4. November freigelassen werden, einer am 9. November.</p> <p>&nbsp;</p>

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